Die HSCK-Handballerinnen verabschieden sich erhobenen Hauptes aus der SPL1

Kreuzlingen – Mit einer starken Leistung haben sich die Kreuzlinger Handballerinnen aus der höchsten Spielklasse verabschiedet. Sie unterlagen dem Titelverteidiger und Finalrundensieger LC Brühl Handball St. Gallen ganz knapp mit 24:26 (14:14).

Die Kreuzlingerinnen durften sich am Samstag bei ihrer SPL1/NLA-Dernière – laut Vereinsmitteilung – nach dem Schlusspfiff erhobenen Hauptes vom Heimpublikum beklatschen lassen.

Sie hatten im letzten Spiel auf höchster Ebene nochmals viel Moral und auch spielerische Klasse bewiesen. Nicht wenige Zuschauer in der Halle deuteten die starke Leistung gegen den Titelverteidiger aus St. Gallen auch als Statement.

Und zwar für das Unverständnis des Teams, dass sich die Vereinsführung trotz der erneuten Finalrunden-Qualifikation für einen freiwilligen Abstieg entschieden hatte.

Tränen flossen dann bei ganz vielen Spielerinnen nach dem Schlusspfiff. Nicht wegen der knappen Niederlage gegen den mit vier Schweizer Nationalspielerinnen top-besetzten Rekordmeister, sondern im Bewusstsein, dass gerade eine große Kreuzlinger Ära im Spitzenhandball zu Ende gegangen ist.

Und nicht weniger als 13 Spielerinnen den Club nun verlassen werden. Nur drei Akteurinnen aus dem aktuellen Kader (Topscorerin Annika Blanke, Torfrau Frederikke Siggaard und U18-Nationalspielerin Lena Stoll) bleiben den Thurgauerinnen für die Saison 2025 / 2026 erhalten.

Dort wolle man in der SPL2/NLB unter dem neuen Trainer Daniel Frei mit vielen jungen Talenten einen Neustart wagen. 28 Mal standen sich der HSCK und der LC Brühl Handball vor der Dernière bereits auf höchster Ebene gegenüber.

Dabei gaben die St. Gallerinnen – so der HSCK weiter – gerade einen einzigen Punkt ab. Am Samstag waren aber die Außenseiterinnen vom Bodensee, die die Startphase prägten und bis zur 10. Minute mit 6:2 in Führung gingen.

Erst das Timeout des Brühler Trainers Raphael Kramer und zwei Strafen bremsten den HSCK-Express ein. Nach 23 Minuten konnte Brühl dank einer klaren Steigerung wieder zum 10:10 ausgleichen.

Bei diesem Gleichstand blieb es bis zur Pause (14:14), obschon die Thurgauerinnen insgesamt sechs Minuten in Unterzahl agieren mussten. Zu Beginn der zweiten Halbzeit sei der Titelverteidiger seiner klaren Favoritenrolle gerecht geworden.

Bis zur 47. Minuten erspielte sich Brühl einen 23:19-Vorteil. Wer nun aber einen Einbruch der Kreuzlingerinnen erwartete, wurde eines Besseren belehrt.

Dank eines beeindruckenden Zwischenspurts machte das Team von Trainer Felix Kugler diesen Rückstand mit vier Treffern in Serie weg und hatte acht Minuten vor Schluss beim Stand von 23:23 sogar die Chance zum Überraschungscoup beziehungsweise dem ersten Sieg über den Rekordmeister überhaupt.

Dank seiner Kaderbreite konnte der LC Brühl das Ruder in der „Crunchtime“ jedoch wieder herumreißen und wurde so seiner Reputation gerecht.

Annika Blanke krönte sich mit ihrem zehnten Treffer zum 24:26-Endstand zur Finalrunden-Torschützenkönigin ex aequo mit der Nottwiler Nationalspielerin Sev Albrecht.

Blanke wurde denn auch zusammen mit der St. Galler Internationalen Laurentia Wolff als beste Spielerinnen der Partie ausgezeichnet.

Während sich der LK Zug (5.) und der HSC Kreuzlingen (6.) frühzeitig in die Sommerpause verabschieden, kommt es in den Playoff-Halbfinals (best of 3) zu den Duellen LC Brühl HB (1.) gegen GC Amicitia Zürich (4.) und Spono Eagles Nottwil (2.) gegen Yellow Winterthur (3.).

Wer den HSCK in der nächsten Saison im Oberhaus ersetzt, wird erst in den nächsten drei Wochen klar.

HSC Kreuzlingen:

Sander (1.-30./5 Paraden, 28 %), Siggaard (31.-60./7 Paraden, davon 1 Penalty, 37 %); Blanke (10/5), Suter (1), Flohr (4), Klein, Kikanovic (1), Rothacker (3), Stoll, Mustafa (1), Aliu Berisha (2), Drent (1), Heinstadt, Rugovaj-Tahirukaj (1).