Regensburg – Nach 30 Minuten obenauf und mit 17:13 in Front – angesichts der Überlegenheit noch viel zu wenig –, ist die HSG Konstanz in der zweiten Hälfte vor allem im Angriff komplett eingebrochen.
Und musste sich – laut Verensmitteilung – schließlich durch den Siegtreffer der SG Regensburg zum 30:29 Sekunden vor der Schlusssirene mit einer komplett unnötigen und extrem ärgerlichen Niederlage auf den langen Heimweg machen.
Ralf Bader hatte im Vorfeld noch vor der großen Euphorie bei der SG Regensburg gewarnt. Doch mit einer sehr aggressiven Abwehr und einem hervorragend aufgelegten Schlussmann Adam Studentkowski legte die HSG von Beginn weg vor.
Nach knapp sieben Minuten traf Lukas Dietrich zum 4:1 für die „Gelb-Blauen“ – spektakulär per Kempa-Trick über das ganze Spielfeld auf Zuspiel von Studentkowski.
Der kam – so die HSG weiter – in den ersten 13 Minuten bei vier Gegentoren auf vier Paraden. Damit war der Grundstein dafür gelegt, dass die HSG bis zur ersten Auszeit von Regensburgs Trainer Benjamin Herth – seines Zeichens ehemaliger Nationalspieler – auf 8:4 weiter davonzog.
Lars Michelberger traf fast nach Belieben und war von den Bayern bei ihrer historischen Heimpremiere in der 3. Liga und in ihrer neuen Halle nicht zu stoppen.
13 Treffer hätte der Shooter an diesem Nachmittag bei schwülwarmen Gegebenheiten auf rutschigem Geläuf markiert.
Angesichts der deutlichen Überlegenheit in fast allen Belangen und der recht hohen Fehlerquote bei den nervös wirkenden Gastgebern waren vier Tore Differenz zur Pause viel zu wenig und auf große Fahrlässigkeit im Umgang mit den sich bietenden Chancen zurückzuführen.
Alleine zweimal warf Konstanz den Ball aus der eigenen Spielhälfte am leeren Tor der Gastgeber vorbei, nachdem diese angesichts der Probleme in der Offensive auf den siebten Feldspieler umgestellt hatten.
Dazu flog ein weiterer Pass zum möglichen freien Gegenstoß ebenso überhastet irgendwo ins Nirvana. Für Bader nur schwer zu verstehen.
„Wir werfen einfach den Ball weg. Wenn wir wenigstens nichts machen würden – dann wäre immerhin noch der Ballbesitz da“, schimpfte er.
Stattdessen warf seine Mannschaft dem noch nicht richtig angekommenen Kontrahenten den Ball nach deren Ballverlusten einige Male fast postwendend wieder zurück.
So bekam das Spiel wie so oft bei solchen Gegebenheiten noch einmal eine ganz eigene Dynamik. Regensburg kam fest entschlossen und mit dem Glauben an die Wende aus der Kabine.
Konstanz startete direkt mit zwei weiteren Fehlern und sah sich plötzlich mit einem gegenüber konfrontiert, das von 15:19 auf 18:19 herankam – und nun Blut geleckt hatte.
Mit dem 20:19 ging Regensburg nach 40 Minuten unter großem Jubel dann das erste Mal in Front. Am Willen scheiterte es auf Konstanzer Seite unter großem Druck nicht.
Nach dem 26:24 durch achtmal erfolgreichen Johannes Simbeck stemmte sich die HSG gegen die drohende Niederlage.
Michelberger war es, der erneut mit einer schönen Einzelleistung verkürzte, Maxim Pliuto und Dietrich drehten die Partie fünf Minuten vor Schluss wiederum auf Seiten der Gäste (27:28).
Doch auch der 13 Treffer von Shooter Michelberger zum 29:29 44 Sekunden vor dem Ende reichte nicht. Sebastian Simbeck setzte sich wenige Sekunden vor der Sirene durch, traf zum 30:29 und durfte sich danach unter seinen Mitspielern begraben lassen.
Nach drei schweren Auswärtsspielen darf die HSG Konstanz im vierten Spiel endlich in eigener Halle antreten. Am Samstag um 20 Uhr kommt der TSB Schwäbisch Gmünd in die Schänzle-Hälle.
HSG Konstanz:
Konstantin Pauli, Adam Studentkowsk (beide Tor); Michel Stotz, Aron Czako (2), Sven Iberl, Lars Michelberger (13/5), Philipp Hlawatsch, Jo Knipp (3), Maxim Pliuto (4), Jan Stotten, Nikita Pliuto (2), Lukas Dietrich (5), Janne Pietrusky.