Die HSG-Handballer trotzen ihrer Personalnot im Derby

Konstanz – Der HSG Konstanz ist der zweite Derbysieg in dieser Saison gegen den HBW Balingen-Weilstetten II gelungen.

Wie schon im Hinspiel (36:19) war auch das Rückspiel in der gut gefüllten „Schänzle-Hölle“ eine klare Angelegenheit. Mit einem 32:19 (16:10)-Heimsieg begeisterte die HSG 1200 lautstarke Fans.

Es war – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – wie zu besten Zeiten. Beim Blick auf die vollbesetzten Ränge bot sich ein eindrucksvolles Bild.

Über 1200 Fans sorgten mit Standing Ovations, einem gelb-blauen Fahnenmeer sowie einer großartigen Atmosphäre schon drei Minuten vor dem Abpfiff für Gänsehaut.

Längst war der zweite Erfolg in dieser Saison im Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten in trocknenden Tüchern und den Gastgebern gelang alles.

„Das macht mal richtig Bock“, lobte HSG-Coach Ralf Bader die Stimmung. Vorne trafen sie nach Belieben, hinten durfte sich in den letzten Minuten nach einer zuvor guten Vorstellung von Konstantin Pauli in der zweiten Hälfte zwischen den Pfosten noch einmal Adrian Lehmann auszeichnen.

Ein Erfolg, der – so die HSG weiter – in seiner Höhe und Souveränität umso überraschender und eindrücklicher wirkt, wenn man das noch einsetzbare Personal auf Seiten der Konstanzer betrachtet.

Nur noch zwölf Spieler, darunter zwei Torhüter, standen Ralf Bader zur Verfügung, der auch noch auf seinen angeschlagenen Co-Trainer Daniel Eblen verzichten musste.

Ohne acht Verletzte mussten viele Spieler an und über ihre Grenzen gehen, die Belastung über die volle Distanz tragen.

Zumal nach neun Minuten das passierte, was nicht passieren durfte. In Lars Michelberger fiel auch noch ein weiterer ganz wichtiger Eckpfeiler weg.

Nach einem Gesichtstreffer hätte er die Rote Karte erhalten und musste schon früh unter die Dusche. Somit stellte sich die Mannschaft der Gastgeber fortan so gut wie von selbst auf.

Bader stand, wie er später verriet, kurz davor mit einem Kreisläufer im Rückraum zu agieren. „Wir haben“, erklärte Gästetrainer Micha Thiemann, „zweimal in dieser Saison das gemacht, was man gegen Konstanz nicht machen sollte.“

Für ein Schmunzeln sorgte seine Ergänzung, man habe herausgefunden, dass „Stotz und Schwormstede tatsächlich gar nicht so schlecht verteidigen und haben sie dann auch sehr oft und zielgenau getroffen.“

In der Tat zeichnete sich die Konstanzer Deckung durch eine sehr bewegliche und aggressive Spielweise aus, mit der der HBW große Problem hatte, obwohl mit Bennet Strobel sogar Verstärkung aus dem Bundesligakader mit dabei war.

Thiemann lobte die „tolle kämpfereiche Vorstellung“ der Konstanzer, der seine Mannschaft, so der 35-Jährige, „heute wenig entgegenzusetzen hatte.“

Am 18. April darf sich die HSG Konstanz auf das nächste schöne Heimspiel freuen. Dann sind die Wölfe Würzburg zu Gast in der „Schänzle-Hölle“.

HSG Konstanz:

Adrian Lehmann, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz (4), Aron Czako (7/1), Lars Michelberger (1), Luca Schwormstede (4), Jo Knipp (1), Maxim Pliuto (2), Nikita Pliuto (5), Jonas Hadlich (5), Sören Fuhrmann (3), Veit Schlafmann.