Kornwestheim – Haken dahinter. Die HSG Konstanz hat zum Abschluss einer enttäuschenden Drittliga-Saison den Meister aus Kornwestheim noch einmal fordern können.
Aber am Ende schlug man sich erneut selbst und blickt nach der 27:34 (14:17)-Niederlage schon auf die nächste Saison.
Das Spiel aus Konstanzer Sicht ist – so die HSG in ihrer Mitteilung – schnell erzählt und gleicht in seinem Spielverlauf vielen anderen in dieser Spielzeit.
Angetreten mit einmal mehr neu zusammengewürfeltem Kader, diesmal verstärkt durch Kreisläufer Lucas Farias-Veeser aus der U21 und Benedikt Baumann aus der U19, starteten sowohl Konstanz als auch der souveräne Meister aus Kornwestheim sehr fahrig in eine vor allem in der ersten Viertelstunde ausgesprochen zerfahrene Partie.
Leichte technische Fehler hüben wie drüben hätten einen ordentlichen Spielfluss verhindert. Mehr als drei Minuten dauerte es, bis Lars Michelberger die HSG das erste Mal auf die Anzeigetafel brachte.
Die Gastgeber, die nach dem Spiel nicht nur die mit neun Punkten Vorsprung gesicherte Meisterschaft, sondern auch noch die Torjägerkrone für Felix Kazmeier feiern durften, agierten bis hierhin ebenfalls noch wenig meisterlich.
Aber: Sie machten ein paar Fehler weniger als die Konstanzer – und hatten in Kazmeier sowie Finn Joneleit große Qualität im Eins-gegen-Eins.
Während die HSG Kazmeier gut im Griff hatte, tankte sich Joneleit immer wieder erfolgreich durch. In der Konstanzer Deckung machten sich wie seit Wochen fehlende Automatismen und Abläufe sowie das Fehlen von Nikita Pliuto bemerkbar.
Eine andere Ausstrahlung legten die „Gelb-Blauen“ zu Beginn der zweiten Hälfte an den Tag. Mit Feuer, Emotionen und großem Kampfgeist wehte nun ein anderer Wind in der HSG-Deckung.
Fast etwas überrascht wirkte Kornwestheim angesichts der Kompaktheit und plötzlich funktionierenden Helferketten, die nicht nur den eingewechselten Schlussmann Noah Frensel in seinem letzten Auftritt im HSG-Trikot ins Spiel brachten.
Der Spitzenreiter tat sich nun sichtlich schwer, Lücken in der Gästedeckung zu finden. Mit einem 3:0-Lauf glich die HSG zum 18:18 aus (37.).
Doch in den entscheidenden Momenten stellte sich Konstanz wieder selbst ein Bein. Nutzte freie Gegenstöße nicht, ließ sich den Ball herausprellen, rutschte kurz hinter der Mittellinie aus, sodass der Pass im Seitenaus landete und verständelte etliche Bälle.
Nach knapp einer Dreiviertelstunde hielt Kapitän Michel Stotz seine Farben mit dem Treffer zum 22:20 dennoch weiter im Spiel.
Dahin ging das Spiel mit fünf Treffern in Serie, mit denen die Salamander von 25:23 auf 30:23 erhöhten. Damit sei das Spiel entschieden gewesen.
Mit einer extrem jungen Mannschaft, aber auch viel Talent würde es in die nächste Spielzeit gehen. Hier soll aus einer „Jugend“- schnell eine „Männermannschaft“ werden, erklärt HSG-Trainer Ralf Bader.
Mit neuer Dynamik im Team, spannenden Neuzugängen und wieder gesundem, vollständigen Kader. „Ich freue mich, darauf, zusammen mit den Jungs anzupacken und neu zu starten“, sagt er.
Am 1. Juli steht bereits die erste Trainingseinheit der Vorbereitung im Kalender. Drei Wochen vorher beginnen die individuellen Trainingspläne der Spieler.
HSG Konstanz:
Noah Frensel, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz (5), Aron Czako (2), Lucas Farias-Vesser, Lars Michelberger (3), Felix Sproß, Christos Erifopoulos (7/1), Jo Knipp (3), Maxim Pliuto (2), Benedikt Baumann, Jonas Hadlich (2), Sören Fuhrmann (1), Lukas Dietrich (1), Veit Schlafmann.