Die HSG-Handballer erwischen einen durchweg gebrauchten Abend

Pforzheim – Einen völlig gebrauchten Abend hat die HSG Konstanz bei der SG Pforzheim-Eutingen erlebt und musste sich nach durch die Bank schwacher Vorstellung auch in der Höhe verdient mit 27:36 (10:17) geschlagen geben.

Kopflos, extrem fehlerbehaftet und nach den vielen Ausfällen der vergangenen Wochen am Limit agitierte die HSG Konstanz – laut Vereinsmitteilung – in Pforzheim.

Viel Positives konnte Ralf Bader an der in allen Mannschafteilen ungenügenden Vorstellung nicht finden. „Wenn man noch etwas Positives sehen möchte“, zwang sich der HSG-Coach förmlich dazu, „dann das Wissen, dass wir in der nächsten Saison einen sehr guten Torwart bekommen werden.“

Adam Studentkowski wurde vor seinem bevorstehenden Wechsel im Sommer an den Bodensee zum Konstanzer Albtraum und nach 52 Minuten und zahlreichen spektakulären Paraden gerade bei freien Abschlüssen mit Sprechchören von den Pforzheimer Fans gefeiert.

Der Schlussmann der Gastgeber zog seinen künftigen Mitspielern – so die HSG weiter – von Beginn an den Zahn. „Adam hat mit einer unglaublichen Ausstrahlung gezeigt, wie das geht und uns die Bälle weggenommen. Wir dürfen uns auf einen sehr guten Neuzugang freuen.“

Neben der tollen Unterstützung der mitgereisten HSG-Fans jedoch der einzige Lichtblick an einem trüben Handball-Abend aus Konstanzer Sicht.

An diesem Abend machte er den „Gelb-Blauen“ jedoch wenig Freude. Zusammen mit einer sehr kompakten und beweglichen 3:2:1-Deckung formierte er ein Bollwerk, das die HSG nur selten zu knacken vermochte.

Stattdessen sei man allzu oft daran zerschellt und hätte sich in überhastete Aktionen und technische Fehler treiben lassen.

Diese mündeten in zahlreichen leichten Kontertoren für die Goldstädter. Gerade einmal dreieinhalb Minuten waren auf der Uhr, als Pforzheim so schon auf 5:0 stellte.

Konstanz schien bis zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht auf dem Spielfeld zu sein. Spürbar besser wurde es nach Baders Auszeit in der zehnten Minute.

Eineinhalb Minuten später stand es nur noch 8:5 und die Gäste schienen angekommen zu sein. „Wir hatten die Chance, heranzukommen, machen aber zu viele Fehler in allen Mannschaftsteilen.“

Bader hatte versucht, seiner Mannschaft die nötige Ruhe zu vermitteln und appelliert, „den Kopf einzuschalten.“

Doch bis auf ein kurzes Strohfeuer kam zu wenig von den zuletzt sehr belasteten Spielern – und Bader hatte kaum Wechseloptionen.

Auf einigen Positionen gab es keine Alternativen mehr. „Wir haben“, so der ehemalige Bundesligaspieler, „von der ersten Sekunde an kopflos agiert, die Bälle schnell weggeworfen und hinten keinen Zugriff bekommen.“

So standen die beiden U19-Keeper Adrian Lehmann und Oscar Mogg auf verlorenem Posten. Während auf der anderen Seite die beste Defensive der Liga demonstrierte, warum sie die wenigsten Gegentreffer in der 3. Liga Süd zulässt.

Pforzheim spielte sich teilweise in einen Rausch, in dem alles funktionierte, während auf der anderen Seite das Selbstvertrauen und die Sicherheit immer weiter schwanden.

Alleine sechs Querpässe, die auf der Tribüne landeten trieben Bader zur Weißglut. „Ich erlebe jede Woche neue Dinge, die ich so in meiner Karriere noch nicht erlebt habe“, ärgerte er sich.

Das nun folgende spielfreie Wochenende komme angesichts des zusammengeschrumpften Aufgebots gerade recht.

Immerhin konnte sich Jo Knipp nach überstandener Erkrankung wieder mit vier Treffern zurückmelden. „Wir werden die kommende Woche nutzen“, berichtet Bader, „um Kopf und Körper wieder freizubekommen.“

Mit Fingerspitzengefühl, um in der Woche darauf eine „möglichst normale Woche zu haben.“ Es wäre die Ausnahme nach turbulenten vergangenen Monaten mit immer neuen Rückschlägen.

Am 27. März kommt es dann in der „Schänzle-Hölle“ zum nächsten Heimspiel und Derby gegen den HBW Balingen-Weilstetten II.

HSG Konstanz:

Adrian Lehmann, Oscar Mogg (beide Tor); Michel Stotz (3), Aron Czako (1/1), Lars Michelberger (6/1), Felix Sproß (5), Luca Schwormstede, Jo Knipp (4), Maxim Pliuto (1), Nikita Pliuto (6), Jonas Hadlich, Sören Fuhrmann, Veit Schlafmann (1).