Die HSG-Handballer bringen schon wieder eine Führung nicht nachhause

Erlangen – Ein – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – rassiges Handballspiel haben sich der befreit aufspielende Aufsteiger TV Erlangen-Bruck nach vorzeitig gesichertem Klassenerhalt und die weiter dezimierte HSG Konstanz geliefert.

Die gab – mal wieder – eine Führung in den letzten vier Minuten ohne eigenen Torerfolg aus der Hand und musste eine bittere 28:31-Niederlage quittieren.

Am Ende war wieder Frust, Unverständnis und Kopfschütteln bei der HSG Konstanz. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison gaben wenige unerklärliche Minuten den Ausschlag dafür, dass eine über weite Strecken trotz weiterhin ellenlanger Ausfallliste couragierte und beherzte Vorstellung unbelohnt blieb.

Dass die Konstanzer nach dem Abpfiff wieder völlig geknickt auf der Bank Platz nahmen und mit versteinertem Blick ins Leere starrten. „Herz und Mut waren vorhanden“, sagte ein geknickter Ralf Bader.

So wie zum Start. In den ersten acht Minuten legten die Gäste – so die HSG weiter – vor und führten mit 5:4. Verfielen dann wieder in alte Muster, überdrehten in einigen Situationen und luden die euphorisierten Franken ein, auf 12:8 davonzuziehen.

Das Positive: genauso schnell war die HSG zurück. Vier Zeigerumdrehungen später leuchtete ein 12:12 von der Anzeigetafel.

Noch besser wurde es aus Konstanzer Sicht, als Veit Schlafmann den letzten Treffer des ersten Durchgangs zur 15:14-Pausenführung markierte.

„Es war eine temporeiche Partie, da war richtig Leben drin“, fasste Bader treffend zusammen. Sowohl Erlangen um Jonas Poser, den besten Torschützen der 3. Liga Süd, als auch die Gäste vor allem über Lars Michelberger zeigten sich in Torlaune und spielten mit offenem Visier nach vorne.

Das hohe Tempo führte jedoch auch dazu, dass beiden Teams einige Fehler unterliefen, die beiden Defensivreihen zeitweise wenig Zugriff bekamen und im Rückzug ihre Probleme hatten.

Konstanz knüpfte dabei auch nach dem Seitenwechsel an die gute Phase vor dem Gang in die Kabine an. Ein Treffer von Christos Erifopoulos und in Unterzahl ein weiterer von Michelberger brachten nach 44 Minuten einen 24:20-Vorsprung.

Doch wie fragil das Gebilde HSG in der aktuellen Situation ist, hätte eine Zeitstrafe für Kapitän Michel Stotz offenbart.

Dieser Umstand reichte, um bis dahin gut funktionierende Abläufe völlig aus den Angeln zu heben. Wieder Poser fing einen riskanten Querpass ab und vollendete den Steal selbst zum 25:25.

Danach warf die HSG den Ball überhastet Philippe-Louis Golla in die Hände. Es war bezeichnend, dass der Torhüter des TV Erlangen-Bruck insgesamt sieben Versuche der Konstanzer an diesem Abend fing, festhielt und mit großem Jubel direkt wieder zurück in das Spiel brachte.

Bis zu diesem Zeitpunkt war es seine 14. Parade, das Spiel beendete er mit 38 Prozent gehaltenen Würfen. Es folgte eine turbulente Schlussphase, in der sich die Ereignisse überschlugen.

Konstanz fing sich wieder und ging vier Minuten vor Schluss durch einen von Lukas Dietrich verwandelten Konter mit 28:27 in Front.

Es sollte jedoch der letzte für den Tabellenneunten bleiben. Während dieser sich mit vier torlosen Minuten aus der Begegnung verabschiedete, trumpfte der nun wie entfesselt aufspielende Gegner noch einmal auf.

Am 2. Mai um 20 Uhr steigt bereits das letzte Heimspiel der Saison. Nach der Partie gegen Saase3Leutershausen werden einige verdiente Spieler verabschiedet.

Dann hoffentlich mit glücklicheren, wenn auch wahrscheinlich wehmütigen Gesichtern.

HSG Konstanz:

Noah Frensel, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz (4), Aron Czako (1), Lars Michelberger (6), Felix Sproß (3), Christos Erifopoulos (4/1), Luca Schwormstede (1), Jo Knipp (4), Maxim Pliuto, Sören Fuhrmann, Lukas Dietrich (2), Veit Schlafmann (3).