Die U21 der HSG kann einen großen Rückstand im Derby noch drehen

Konstanz – Am Ende eines hochklassigen Derbyabends ist die gut besuchte „Schänzle-Hölle“ – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – Kopf gestanden.

Mit einem fantastischen Schlussspurt kam die U21 der HSG Konstanz im Spitzenspiel gegen Verfolger TV Ehingen nach einem Sieben-Tore-Rückstand zurück und übernahm nach einem 31:29 (12:18)-Heimsieg die Tabellenführung der Oberliga.

Vor großer Kulisse lieferten sich die beiden Topteams – so die HSG weiter – einen Schlagabtausch, den in der zweiten Hälfte keinen mehr auf seinen Sitzen hielt.

Zunächst war der TV Ehingen das bessere Team. Angetreten mit sieben Ex-Konstanzern, die insgesamt 25 der 29 Ehinger Treffer erzielten, gingen sie nach elf Minuten mit 7:4 in Führung.

Torschütze: Niklas Duffner, der lange in den Farben der HSG aktiv war. Auf Konstanzer Seite musste man wieder mit kleinem Aufgebot auskommen und auch noch auf Sven Iberl und Mats Krawietz verzichten.

Dafür hätte Henrik Ingenpaß sein Comeback nach langer Verletzungspause gefeiert. Außerdem ging Niklas Schmid voran und netzte dreimal in Folge ein, ehe der Ex-Konstanzer Mika Komin nach einem gefährlichen Einsteigen gegen Tim Enninghorst die Rote Karte sah.

Nutzen konnte die Drittliga-Reserve dies zunächst jedoch nicht. Die Hegauer zeigten sich weiter sehr abgeklärt, ruhig und effektiv.

Gekonnt verschleppten sie immer wieder das Tempo und zwangen Claudio Kupferschmid nach 17 Minuten zur frühen Auszeit (7:11).

Während auf Ehinger Seite neben Duffner die Wangler-Brüder schwer zu stoppen waren, traf auf Konstanzer Seite vor allem Linksaußen Quirin Köble nach Belieben.

13 Stück sollten es bis zum Schluss werden. „Wir wussten“, erklärte der HSG-Coach, „worauf es ankommt: Eine aggressive Abwehr stellen. Das haben wir in der ersten Hälfte gar nicht hinbekommen. Das war von allen zu wenig.“

Die zu großen Lücken hätten die Gäste zu einfachen Toren eingeladen und vorne trafen die HSG-Talente reihenweise Aluminium oder aber scheiterten am starken Ehinger Schlussmann.

Zu wenig Zugriff, zu wenig Kompaktheit, zu wenig Variabilität monierte Kupferschmid sowie den fehlenden Zug zum Tor.

Nach der Pause wollten sich die „Gelb-Blauen“ vor ihren zahlreichen Fans „wieder herausziehen. Tor für Tor“, so der Trainer. Kurz nach Wiederanpfiff stand es dann jedoch sogar 13:20.

Dies war die Initialzündung für Konstanz, das mit einem 3:0-Lauf antwortete. Nun wendete sich das Blatt. Mit einer couragierten, beweglichen Abwehrleistung, großem Willen und Einsatz kämpfte sich die HSG zurück und hatte mit Beginn der Crunchtime sichtlich noch mehr Reserven im Köcher als ihr Ggegenüber.

Nach dem 16:21 rollte die nächste Welle an. Kapitän Luca Lebherz vollendete den 5:0-Lauf zum umjubelten 21:21-Ausgleich – und die „Schänzle-Hölle“ stand Kopf.

Erst recht, als vier Minuten vor der Sirene wieder Lebherz heranrauschte und dieses packende Derby zum 29:28 drehte. Dann kam der große Moment für U19-Talent Peter Schlund.

„Ich habe zu ihm gesagt, du läufst die Linie hoch und runter und machst die Dinger rein“, lachte Kupferschmid. Genau so sollte es kommen.

Der Jugendspieler wurde nach Balleroberungen auf die Reise geschickt, behielt die Nerven und traf zum 30:29 und 31:29. Der Rest war gelb-blauer Jubel auf dem Spielfeld und den Rängen.

HSG Konstanz U21:

Noah Frensel, Adrian Lehmann, Luis Kögel (alle Tor); Felix Weinschenk, Quirin Köble (13/5), Niklas Schmid (7), Henrik Ingenpaß, Lucas Farias-Veser, Luca Lebherz (4), Tim Enninghorst (5), Leon Ulmer, Linus Meinhardt, Xeno Müller, Luka Weiss, Cedric Zenz, Peter Schlund (2).