Die HSG-Handballer müssen die nächste herbe Enttäuschung verdauen

Bittenfeld – Bislang ist die HSG Konstanz auswärts in dieser Saison ausnahmslos siegreich gewesen – bei Aufsteiger TV Bittenfeld II enttäuschte sie jedoch auf ganzer Linie.

Folgerichtig musste man eine verdiente 31:33 (13:18)-Niederlage einstecken. Am Samstag (20 Uhr) kommt nun der Tabellenführer Pforzheim-Eutingen in die „Schänzle-Hölle“.

Es war ein Spieltag, der bereits vor dem Anpfiff – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – alles andere als rund lief. Zunächst stellten sich die Duschen in der Gemeindehalle Bittenfeld nicht ab.

Und der Wasserdampf hatte kurz vor Beginn des geplanten Anpfiffs einen Feueralarm zur Folge. Als der Feuerwehreinsatz nach rund einer Viertelstunde beendet war, konnte es endlich losgehen.

So sei die Hoffnung aller Beteiligten gewesen. Doch daraus wurde wieder nichts. Nun streikte auch noch das Internet und der Anwurf verzögerte sich ein weiteres Mal.

Als die beiden Unparteiischen das Spiel mit fast halbstündiger Verspätung freigeben konnten, wurde Konstanz – so die HSG weiter – direkt kalt erwischt.

Nach dem schnellen 2:0 durch die wie entfesselt mit viel Euphorie aufspielenden Gastgeber konnte Christos Erifopoulos „Gelb-Blau“ nach rund zwölf Minuten das letzte Mal in Führung bringen (7:6).

Der Spielmacher wurde von der Stuttgarter Erstliga-Reserve über das ganze Spiel an die kurze Leine genommen und sehr früh attackiert.

Es zeichnete sich rasch ab, dass bei den Württembergern alles funktioniert, während die Gäste vom Bodensee erneut mit sich, ihrer Chancenverwertung und der fehlenden Dichte in der Abwehr zu kämpfen hatten.

„Der TVB hat besser gespielt, wir hingegen haben bei weitem nicht alles abgerufen“, ärgerte sich Vitor Baricelli. „Bei uns hat in der ersten Halbzeit nichts geklappt, bei Bittenfeld alles.“

Ob schwierige Würfe aus der Distanz in den Winkel, die zweite Chance per Abpraller oder aber auch der bärenstarke bundesligaerfahrene Keeper Nick Lehmann, der richtig heiß lief.

Das Momentum sprach in allen Belangen für den TVB. Genauso wie der Wille und die Bereitschaft, sich in jeden Zweikampf zu werfen. Der verdiente Lohn: Eine 18:13-Führung nach 30 Minuten.

Nach dem Pausentee meldete sich auch die HSG Konstanz langsam an. Weil Torwart Konstantin nach leichten Ballerverlusten die Fehler seiner Vordermänner mit sehenswerten Paraden freier Gegenstöße ausbügelte und wieder einmal den Input für eine Aufholjagd lieferte.

„Wir haben in der zweiten Halbzeit besser gespielt und hatten die Möglichketen, das Spiel zu drehen“, so Baricelli. Nach dem 20:14 durch die „Blau-Weißen“ robbte sich die HSG langsam heran.

Doch was sich die HSG im Überzahlspiel an leichten Pass- und Fangfehlern leistete, einen Wurf auf das leere Tor verfehlte und nochmals zweifach freie Abschlüsse am wieder besetzten Tor vorbei setzte, trieb Trainerteam und die abermals zahlreich mitgereisten Fans zur Verzweiflung.

Trotzdem ließ Iberl nach einer Dreiviertelstunde weiter die Hoffnung auf ein „Happy End“ am Leben und verkürzte auf 24:22.

Maxim Pliuto machte das Match schließlich richtig heiß und verkürzte auf nur noch 25:26. Zu spielen waren hier noch rund zwölf Minuten.

Das Rückzugsverhalten und die Bereitschaft bei den Hausherren seien vorbildlich gewesen. Auf der Gegenseite bremste sich beim Stand von 30:28 und der möglichen Chance zum Gegenstoß die HSG erneut mit einem Fangfehler in der eigenen Spielhälfte aus.

Man verlor den Ballbesitz, ehe ein weiterer Wurf weit über das Tor der Gastgeber flog. Zwei Paraden von Poltrum ließen die HSG noch einmal von 32:28 auf 33:31 verkürzen. Dann war Schluss.

Der TVB Stuttgart bejubelte den so nicht erwarteten Erfolg wie eine Meisterschaft, die HSG Konstanz wird viele Fragen aufzuarbeiten haben.

Am Samstag um 20 Uhr ist der aktuelle Tabellenführer SG Pforzheim-Eutingen zu Gast in der „Schänzle-Hölle“, der mit 11:5 Punkten das Feld anführt.

HSG Konstanz:

Noah Frensel, Konstantin Poltrum (beide Tor); Michel Stotz (1), Sven Iberl (3), Lars Michelberger (3), Felix Spross (4), Christos Erifopoulos (8/2), Luca Schwormstede, Jo Knipp, Maxim Pliuto (4), Jan Stotten (4), Nikita Pliuto, Jonas Hadlich (1), Sören Fuhrmann, Lukas Dietrich (3), Veit Schlafmann.