Die HSG-Handballer feiern trotz Niederlage einen würdigen Heimabschluss

Konstanz – Auch wenn es im letzten Auftritt vor den eigenen Fans in dieser Spielzeit nicht mehr zum erhofften Erfolgserlebnis für die HSG Konstanz gereicht hat – gefeiert wurde die Mannschaft am Ende trotzdem mit „Standing Ovations“.

Nach der 28:32-Heimniederlage gegen Saase3 Leutershausen wurden – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – verdiente Spieler verabschiedet.

Am Ende gab es versöhnliche Bilder in der „Schänzle-Hölle“. Trotz einer weiteren sich anbahnenden Heimniederlage erhoben sich die Zuschauer schon Minuten vor dem Abpfiff und spendeten ihrer Mannschaft noch einmal „Standing Ovations“.

Ein – so die HSG weiter – tolles Zeichen, dass für die besondere Loyalität und Verbundenheit der Unterstützer zu ihrem Club trotz zwei sehr schwieriger Jahre mit wenigen Erfolgserlebnissen in Serie steht.

Ralf Bader meinte danach: „Unter dem Strich haben wir mit den Möglichkeiten, die uns gerade zur Verfügung stehen, alles versucht.“

Diese Möglichkeiten bedeuteten nur noch zehn Feldspieler und nach dem zusätzlichen Ausfall von Luca Schwormstede ein bis auf Kapitän Michel Stotz komplett fehlender Innenblock.

Nichts Neues für den HSG-Coach, aber so war wieder Improvisation gefragt. Das gelang zunächst gut, als Jo Knipp nach knapp vier Minuten auf 3:0 erhöhte.

Christos Erifopoulos erhöhte wenig später auf 6:4. Bis zum 11:10 hatte Konstanz insbesondere den wurfgewaltigen Rückraum der Gäste gut unter Kontrolle.

Dann sei langsam ein erzwungener Bruch in das Spiel der „Gelb-Blauen“ gekommen. Zeitstrafen sowie fehlende Optionen und Spielertypen für eine defensive Abwehrformation zwangen den HSG-Coach, wenn auch ungern, zur Umstellung auf eine offensivere Variante.

Mit der taten sich die Gäste von der Bergstraße deutlich leichter und nutzten die sich bietenden Räume, um mit einer soliden Leistung das Spiel langsam auf ihre Seite zu ziehen.

Dies ohne groß zu brillieren, aber effektiv im Bestrafen der Konstanzer Nachlässigkeiten und zunehmender Fehlerquote im Angriff.

Leichte Fehlpässe und technische Fehler ermöglichten der Spielgemeinschaft Saase3 Leutershausen einige Kontertore.

Auch überhastete Abschlüsse spielten ihr in die Karten. Auf eine gute Aktion folgten meist mehrere schwache, mit denen sich die HSG selbst das Leben schwer machte.

Zwei Spieler wollte Bader jedoch positiv hervorheben. „Michel Stotz und Lars Michelberger haben wortwörtlich gekämpft bis zum Umfallen“, lobte er.

Und fügte an: „Sie haben alles gegeben, soweit es ging.“ Sven Schreiber markierte jedoch den letzten Treffer vor dem Pausentee und brachte eine 17:13-Führung für seine Farben auf die Anzeigetafel.

Die Eindrücke aus dem ersten sollten sich auch im zweiten Durchgang nicht wesentlich davon unterscheiden.

Konstanz versuchte mehrmals sich aufzubäumen und hatte durch den Einsatz in der Deckung sowie einen dadurch immer besser ins Spiel kommenden Torhüter Konstantin Pauli mehrfach die Chance, auf zwei oder ein Tor heranzukommen und noch einmal Musik in dieses Kräftemessen zu bringen.

Doch haarsträubende Fehler im Aufbauspiel, überhastete und überdrehte Aktionen sowie viele falsche Entscheidungen hätten die Siegchance gekostet.

Nach der 28:32-Heimniederlage wurden unter großem Applaus auch Sören Fuhrmann, Veit Schlafmann, Felix Sproß und Christos Erifopoulos verabschiedet.

Damit geht eine Saison zu Ende, die man in Konstanz schnell abhaken möchte. Einer hat allerdings schon richtig Lust auf die nächste Saison: Trainer Ralf Bader.

„Ich habe Bock darauf, mit voller Kapelle neu anzugreifen und keinerlei Ermüdungserscheinungen. Für mich könnte es in zwei Wochen direkt wieder losgehen. Ich warte nur auf den richtigen Startschuss.“

Am kommenden Samstag tritt die HSG Konstanz zum letzten Spiel dieser Saison beim SV Salamander Kornwestheim an.

Der Meister der 3. Liga Süd wird nicht an den Aufstiegsspielen in die 2. Bundesliga teilnehmen und hatte ebenso wie alle anderen dafür in Frage kommenden Teams der Südstaffel seinen Verzicht erklärt.

HSG Konstanz:

Adrian Lehmann, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz (2), Aron Czako (3), Lars Michelberger (7), Felix Sproß (4), Christos Erifopoulos (6/3), Jo Knipp (3), Maxim Pliuto, Sören Fuhrmann (1), Lukas Dietrich, Veit Schlafmann (2).