Die SVA-Handballerinnen können mit dem einen Punkt zufrieden sein

Allensbach – Was für ein Handballkrimi in der Riesenberghalle: Die Drittliga-Handballerinnen des SV Allensbach haben sich am vergangenen Samstagabend in ihrem zweiten Heimspiel vom TSV Haunstetten mit 22:22 (9:11) getrennt.

Mit dem TSV reisten – laut Allensbacher Vereinsmitteilung – gut bekannte und langjährige Ligakonkurrentinnen an den Riesenberg. Nach der bitteren Niederlage gegen den HCD Gröbenzell in der Vorwoche hatten die Allensbacherinnen die vergangene Trainingswoche genutzt, um neue Energie zu tanken und sich voll auf die anstehende Aufgabe zu konzentrieren.

Dass diese – so der SVA weiter – schwer genug werden würde, zeigten die ersten Ergebnisse des Teams aus dem Augsburger Stadtteil. Sowohl gegen Gröbenzell als auch Schwabmünchen fuhr der TSV deutliche Siege ein. Genau dort machte der TSV Haunstetten auch direkt nach Anpfiff des Spiels weiter.

Man zeigte sich stark verbessert im Vergleich zu den Auftritten beim Bezirkssparkasse-Reichenau-Cup. Nachdem Katja Allgaier die „Gelb-Blauen“ zunächst in Führung gebracht hatte, konnten die Gäste bereits in der zweiten Spielminute zum 4:1 einnetzen. Gegen eine gut stehende gegnerische Defensive vor der stark aufgelegten Torhüterin Kiara Spindler hatten die Allensbacherinnen ihre Probleme, Mittel zum Torerfolg zu finden.

Nach diesen Startschwierigkeiten war es Rahel Müller, die in der 8. Minute den Ausgleich zum 4:4 erzielen konnte. Ab diesem Zeitpunkt hätte sich eine ausgeglichene Partie entwickelt, in der vor allem die Abwehrreihen und Torhüterinnen dominierten. Den Allensbacherinnen gelang es, die Gäste zu Torabschlüssen aus Positionen zu zwingen.

Die gut aufgelegte Dajana Petrovic hätte allerdings sicher parieren können. Im Gegenzug scheiterte das Team von Trainer Martin Gerstenecker aber selbst weiterhin zu oft an der gegnerischen Torfrau. Weil der TSV Haunstetten aus genau diesen Situationen heraus zu oft ins schnelle Umschaltspiel kam, mussten die „Hühner“ zur Halbzeitpause einen knappen 9:11-Rückstand hinnehmen.

Mit einer spektakulären Doppelparade gegen Haunstettens erfolgreichste Torschützin Chiara Joerss ließ Dajana Petrovic ihre Farben aber mit einem positiven Gefühl in die Kabine gehen. Zurück auf dem Feld hatten die Allensbacherinnen nach einem kurzzeitigen Vier-Tore-Rückstand ihre bislang stärkste Phase. Offensiv gelang es, Lücken in der gegnerischen Defensive zu öffnen und per 1:1-Aktionen Torerfolge zu erzielen.

In der Abwehr provozierte man Ballverluste der Gäste, wodurch der SVA immer besser ins Tempospiel gelangte. So drehten die Gastgeberinnen in der stimmungsvollen Riesenberghalle das Spiel nicht nur, sondern konnten sich in der 47. Minute mit vier Toren (19:15) absetzen. Der Trainer des TSV Haunstetten, Udo Mesch, sah sich gezwungen, ein Time-Out zu nehmen, nach dem das Spiel der Gastmannschaft auch wieder stabiler wurde.

In den Köpfen der Allensbacher Spielerinnen war sicher auch noch die unglückliche Landung von Spielführerin Katharina Bok nach einem Foulspiel. Bok konnte anschließend nicht mehr weiterspielen. Eine Diagnose steht noch aus. Die Gegnerinnen kämpften sich so bis zur 55. Minute auf ein Unentschieden zurück (20:20) und konnten drei Minuten später – kurz vor Spielende – sogar noch einmal in Führung gehen.

Katja Allgaier, an diesem Tag mit fünf Treffern erfolgreichste Torschützin des SVA, war es letztlich, die zum 22:22 einnetzte und dem SVA einen Punkt sicherte. Obwohl die Allensbacherinnen angesichts der recht deutlichen zwischenzeitlichen Führung sicherlich mehr hätten mitnehmen können, waren alle Beteiligten am Ende mit dem Punkt zufrieden.

Damit rangiert der SVA aktuell auf dem vierten Tabellenplatz. Kommendes Wochenende, am Samstag um 19:30 Uhr, treffen die Hühner zuhause auf die HSG Freiburg. In einem sicherlich spannenden, aber ebenso anspruchsvollen Aufeinandertreffen mit den Zweitliga-Absteigerinnen aus dem Breisgau würde sich der SV Allensbach ein weiteres Mal vor heimischem Publikum beweisen wollen.

SV Allensbach I:

Dajana Petrovic, Bettina Woike, Marlene Fuchs (alle Tor); Katharina Ermrich, Theresa Litzel (2), Rahel Müller (4), Julika Schmidt (4), Kyra Teixeira da Silva, Vanessa Woschek, Katharina Bok (1), Gloria Herholc (2/1), Jule Schuster, Greta Rinkevicute (4), Laura Strlek, Katja Allgaier (5).