Die HSG-Handballer wollen die Löwen-Reserve am Schänzle zähmen

Konstanz – Noch wartet die HSG Konstanz auf ihren ersten Heimsieg der Saison. Am Samstag (20 Uhr) bietet sich die Gelegenheit, dies mit der Unterstützung von den Rängen zu ändern.

Zu Gast ist der Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen – aktueller Tabellenführer der 3. Liga Süd.Tickets sind über www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.

Während die „Gelb-Blauen“ in fremden Hallen – zumindest was die Punktausbeute angeht – mit drei Erfolgen aus drei Partien voll aus Kurs liegen, soll nun im zweiten Heimspiel der erste Sieg der Saison mit der „Schänzle-Hölle“ im Rücken errungen werden.

Gleichzeitig soll damit – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – eine lange Durstrecke beendet werden. Seit Ende Februar dieses Jahres und dem 29:28-Heimsieg gegen den VfL Lübeck-Schwartau in der 2. Bundesliga gab es keine große Feier mehr nach einem Pflichtspiel-Auftritt im eigenen Hexenkessel.

Lediglich noch ein Remis gegen Coburg Anfang März. Allerdings: Die letzte Heimniederlage aus einem Drittliga-Heimspiel vor dem Auftakt in diese Saison gegen Neuhausen datierte vom Dezember 2023 gegen Kornwestheim.

So soll die „Schänzle-Hölle“ von nun an wieder zur Festung werden. An der Unterstützung der enthusiastischen, emotionalen Fans liegt es nicht.

„Für uns ist jedes Heimspiel ein Highlight, auf das man sich besonders freut“, sagt Jo Knipp. Der Rückraumspieler selbst freut sich nun aber noch ein bisschen mehr als sonst.

Schließlich kommt es für ihn – so die HSG weiter – zu einem Wiedersehen mit jenem Club, bei dem er drei Jahre im Handball-Internat und Nachwuchsleistungszentrum verbrachte.

Alleine schon beim Anblick der gelben Trikots der Rhein-Neckar Löwen kommen besondere Gefühle beim 23-Jährigen hoch. „Die verbinde ich mit meiner Jugend“, erzählt er.

Mit Jan Kraft und den beiden Karrenbauer-Brüdern wird er am Samstag auf alte Weggefährten treffen, die trotz des jährlichen großen Umbruchs noch bei den Löwen sind.

Auch HSG-Rechtsaußen Veit Schafmann trug bereits das Löwen-Trikot und wird ebenfalls auf einige bekannte Gesichter treffen.

Bei der HSG stand in dieser Woche die schonungslose Aufarbeitung des letzten turbulenten Auswärtsspiels in Schwetzingen auf der Tagesordnung.

Nach einer starken ersten Hälfte und einer zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Führung ging plötzlich nichts mehr, sodass das Spiel noch einmal völlig unnötig auf Messers Schneide stand und sich den Kurpfälzern gar die Chance zum Ausgleich bot.

Konstantin Poltrum verhinderte Schlimmeres. „Der Saisonstart war durchwachsen“, sagt Knipp. „Es hat die Konzentration über 60 Minuten gefehlt. Wir müssen bis zum Ende unser Spiel durchziehen.“

Diese große Inkonstanz im Konstanzer Spiel war in allen anderen Begegnungen ebenso zu sehen, mit Phasen, in denen die HSG völlig den Faden verlor und sich dann wieder fangen konnte. Gegen Neuhausen gelang dies jedoch nicht mehr.

In dieser Woche wurde viel darüber gesprochen. „Nun wollen wir es besser machen“, unterstreicht der gebürtige Koblenzer. Mit dem Kopf dabei sein, im Hier und Jetzt, mit vollem Fokus nennt er das, was von jedem gefordert wird und worin man sich unterstützen und gegenseitig immer wieder erinnern möchte.

Feiern beim Wiedersehen mit den alten Kollegen möchte schließlich nur er. So lässt sich auch der Kaffee besser genießen.

Denn abseits des Handball-Feldes und seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der mit der HSG kooperierenden HTWG Konstanz würde dem Getränk und der Kaffee-Kultur seine große Leidenschaft gehören.