Die HSG-Handballer verspielen einen 29:23-Vorsprung und verlieren

Östringen – Fassungslosigkeit bei der HSG Konstanz: Bei den Rhein-Neckar Löwen II haben sie in den letzten neun Minuten eine 29:23-Führung aus der Hand gegeben.

Und kassierte – laut Vereinsmitteilung – in letzter Sekunde den Buzzerbeater zur 30:31 (16:15)-Niederlage mit dem ersten Führungstor der Junglöwen überhaupt.

Stinksauer war Trainer Ralf Bader angesichts dieser verhängnisvollen letzten neun Minuten, in denen sein Team eine scheinbar komfortable 29:23-Führung aus der Hand gab.

„Im Namen der Mannschaft“, richtete er sich im anschließenden Trainergespräch an die mitgereisten HSG-Fans, „möchte ich mich für die letzten 15 Minuten entschuldigen.“

Lange war – so die HSG weiter – durchaus viel Positives im Auftritt der Gäste zu sehen. Mit einer guten Deckung stellten sie die hochtalentierten Spieler der Junglöwen vor große Herausforderungen.

Gut im Griff habe man die Löwen im Eins-gegen-Eins gehabt, bemerkte Bader und sein Gegenüber Holger Löhr stimmte zu.

Bis Mitte der zweiten Halbzeit habe Konstanz es „souverän runtergespielt“, nickte der ehemalige deutsche Nationalspieler und fügte an: „Wir gewinnen keine Zweikämpfe.“

Die HSG, die ohne sieben verletzte Feldspieler auskommen musste, trat mit sehr jungem Aufgebot an. Vor allem im Tor.

Nach den Ausfällen von Konstantin Poltrum, Konstantin Pauli, Noah Frensel und auch U21-Keeper Luis Kögel reiste sie mit den beiden U19-Torhütern Jonas Lamprecht und Adrian Lehmann an.

Letztgenannter zeigte eine überragende Leistung und trieb den Gegner mit 18 Paraden zur Verzweiflung. Profitierte er in Durchgang eins noch vom guten Abwehrspiel seiner Vordermänner, so rettete er nach dem Seitenwechsel auch beim nun mit dem siebten Feldspieler agierenden Gegner bei einigen freien Würfen sehenswert.

Unnötige technische Fehler verhinderten eine klarere Führung zur Halbzeit, in der die HSG aus Sicht beider Übungsleiter die klar überlegene Mannschaft war.

Daraus aber kaum Kapital schlug und lediglich ein Tor als Führung mitnahm. Zurück auf der Platte konnte die HSG ihre Chancen zunächst besser nutzen und stellte auf 29:23.

Noch neun Minuten waren auf der Uhr. Was dann folgte, machte Verlierer wie auch die sich selbst als glücklichen Gewinner bezeichnenden Gastgeber fassungs- und sprachlos.

„Wir stellen uns selbst ein Bein und vergeben schon davor durch technische Fehler ohne Not die Chance zur klaren Führung“, so Bader.

„Und schließlich schmeißen wir die zwei Punkte in den Müll und schauen dann traurig. Ich war selten so sauer in meiner Trainerkarriere.“

Einen Querpass fingen die Löwen ab und stellten mit dem 29:30 in das weiterhin leere Tor den Anschluss her, ehe der nächste kraftlose, mittige Abschluss der HSG sichere Beute von Knudsen war.

20 Sekunden vor Schluss bediente schließlich Felix Sproß Michel Stotz am Kreis, doch der vermeintliche 31:30-Führungstreffer wurde aberkannt.

Die Schiedsrichter sahen Stotz beim Abschluss schon im Kreis. Der krönende Abschluss aus Sicht der Löwen war der erste Führungstreffer überhaupt in der letzten Sekunde des Spiels:

Und zwar als Jan Kraft aus zehn Metern den Ball mit seinem zehnten Tor in den Winkel hämmerte. 31:30 – ein unfassbares Ergebnis, eine nicht zu erklärende Schlussphase, die mit 7:1 an die Löwen ging.

HSG Konstanz:

Adrian Lehmann, Jonas Lamprecht (beide Tor); Michel Stotz (1), Aron Czako (1), Lars Michelberger (7), Felix Sproß (9), Luca Schwormstede (2), Jo Knipp (3), Maxim Pliuto (2), Nikita Pliuto (2), Jonas Hadlich (1), Sören Fuhrmann, Veit Schlafmann (2).