Die HSG-Handballer ringen den TSB vor den eigenen Fans nieder

Konstanz – Es ist die erwartet emotionale Rückkehr ins eigene Wohnzimmer gewesen. Nach fünf Monaten ohne Heimspiel erkämpfte sich die HSG Konstanz einen 32:27 (17:15)-Arbeitssieg gegen den TSB Schwäbisch Gmünd.

Und durfte sich im Anschluss – laut Konstanzer ereinsmitteilung – von den eigenen Anhängern feiern lassen.

„Wir alle sind glücklich“, begann Ralf Bader seinen Eingangssatz in der Pressekonferenz nach dem Spiel, „dass wir nach so langer Zeit wieder zu Hause spielen durften.“

Auch wenn er es sich nicht ganz so spannend gewünscht hätte, strahlte er angesichts der tollen Unterstützung von den Rängen gerade in den schwierigen Phasen.

Er meinte: „Das pusht uns unglaublich. Das hat man in der Schlussphase gespürt.“ Somit galt ein großer Dank den HSG-Fans, die zur Stelle waren, als seine Mannschaft nach dem üblichen Muster doch noch einmal um die Punkte bangen musste.

Trotz vieler Gelegenheiten, trotz deutlicherer optischer Überlegenheit, trotz einer sehr agilen, sehr starken Defensivreihe, die in der ersten Torwart Adam Studentkoswki ins Spiel brachte.

Und am Schluss Konstantin Pauli zwischen den Pfosten im HSG-Tor – so der Verein weiter – sogar brillieren ließ.

Bader brachte es in wenigen Worten auf den Punkt. „Es war zäh“, gestand er. Zäh, weil sich der Gegner als der erwartet unangenehme Aufsteiger präsentierte. Ohne Druck, völlig befreit und frech aufspielend.

Immer, wenn die HSG den Gästen Chancen offerierte, waren sie da. Etwa hellwach mit einigen Steals, als die Konstanzer leichtfertig den Ball verloren und mit leichten Kontertoren bestraft wurden.

Dies sei aus Sicht der „Gelb-Blauen“ umso ärgerlicher gewesen, als sie den auf einer Euphoriewelle reitenden Vorjahresmeister der Regionalliga Baden-Württemberg im Positionsspiel buchstäblich im Griff hatten.

An der offensiven Verteidigung der Konstanzer bissen sich die Württemberger regelrecht die Zähne aus. Umso mehr spielten ihnen die Ballgewinne nach technischen Fehlern und die Kontertore in die Karten.

„Wir sind in der Abwehr im Eins-gegen-Eins aktuell super drauf“, lobte der HSG-Coach – und musste beim nächsten Atemzug tief ausatmen.

„Aber“, so der 45-Jährige, „wir machen auch ein paar Fehler, die wir nicht machen wollen.“ Diese führten zum 20:20-Ausgelich nach knapp 41 Spielminuten und dazu, dass die HSG nach einem eigenen 3:0-Lauf direkt einen vom Gegner zum 23:23 hinnehmen musste.

Es war sie oft bei der HSG. Ein wildes Auf und Ab der Gefühle, ein Ritt auf der Rasierklinge, eine wilde Achterbahnfahrt – auch für die lautstark mitgehenden Fans auf der Tribüne.

In der Schlussphase war es dann wieder Anführer Michelberger, der viel Verantwortung übernahm und mit seinen insgesamt neun Toren den Weg Richtung Heimsieg ebnete (29:25/56.).

Ein Erfolg, der anschließend nicht mehr in Gefahr geriet und die wichtige Erkenntnis brachte, dass dieses Mal die Crunchtime nach Ausgleich und schwieriger Phase ganz den „Gelb-Blauen“ gehörte.

Nun brechen die Derbywochen für die HSG Konstanz an. Zunächst am Samstag bei der HSG Albstadt mit Gregor Thomann.

Und am 9. Oktober um 20 Uhr wieder in der „Schänzle-Hölle“ gegen den HBW Balingen-Weilstetten II.

HSG Konstanz:

Konstantin Pauli, Adam Studentkowsk (beide Tor); Michel Stotz, Aron Czako (4/3), Sven Iberl (1), Lars Michelberger (9/3), Philipp Hlawatsch (5), Jo Knipp (2), Maxim Pliuto (3), Jan Stotten (2), Nikita Pliuto (5), Lukas Dietrich, Janne Pietrusky (1).