Die HSG-Handballer müssen sich in allerletzter Sekunde geschlagen geben

Konstanz – Viel Gutes ist im ersten Spiel des Jahres bei der HSG Konstanz zu erkennen gewesen. Über 1300 Fans ließen die „Schänzle-Hölle“ in einem überaus gelungen Event beim Superball kochen.

Am Ende fehlte – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – aber das letzte Quäntchen Glück gegen einen abgezockt auftretenden VfL Pfullingen, der per „Buzzerbeater“ in allerletzter Sekunde zum 33:32 (15:15)-Sieg traf.

Vollbesetzte Ränge, eine großartige Atmosphäre und ein spektakuläres Handballspiel: Die mehr als 1300 Fans in der „Schänzle-Hölle“ kamen trotz eines Feueralarms vor Beginn des Spiels voll auf ihre Kosten.

Vom dadurch etwas verzögerten Anwurf ließen sich die Konstanzer nicht beeinflussen. Mit einer aggressiven Deckung legten sie – so die HSG weiter – direkt mit 3:1 und 5:2 vor und sorgten für prächtige Stimmung auf der Tribüne.

Im ersten Spiel von Ralf Bader auf der Konstanzer Trainerbank musste die HSG neben Jan Stotten und Sven Iberl auch noch auf den erkrankten Ex-Pfullinger Lukas Dietrich (Infekt) sowie Konstantin Poltrum verzichten.

Wohingegen auf der anderen Seite Niklas Roth und Lasse Schiemann ihre Comebacks feiern konnten. Später brach den Gastgebern dann auch noch Spielmacher Christos Erifopoulos weg.

Der setzte zu Beginn seine Mitspieler – insbesondere Kreisläufer Michel Stotz – herrlich in Szene. Nach sieben Minuten begann dann die Flut an Zeitstrafen – sieben auf Konstanzer, vier auf Pfullinger Seite.

Zunächst traf es Lars Michelberger. Früh im Spiel war auch Innenblockspieler Luca Schwormstede doppelt vorbelastet. Mehrmals musste die HSG in doppelter Unterzahl agieren, löste das größtenteils jedoch stark.

Gegen die im Eins-gegen-Eins starken Pfullinger war es aber eine erneute Unterzahl sowie ein gut aufgelegter Keeper Felix Maar, der den Gästen einen Doppelschlag zum 13:13 ermöglichte.

Zudem setzte den Konstanzern die Umstellung auf eine offensivere 5:1-Abwehr mehr zu als die 6:0-Formation zu Beginn.

Nach der ersten Pfullinger Führung der Partie gelang Felix Sproß immerhin noch der 15:15-Pausenstand. Auffällig auf Konstanzer Seite war neben Lars Michelberger, der in der zweiten Hälfte immer wieder schön über die rechte Angriffsseite freigespielt wurde und zum Erfolg kam, Linkshänder Jo Knipp,

Dieser hätte – offensiv wie defensiv – eine richtig gute Leistung gezeigt. Mit Beginn des zweiten Durchgangs kam HSG-Keeper Konstantin Pauli im Verbund mit einer weiter gut arbeiteten HSG-Deckung immer besser in die Partie.

Es war ein Baustein dafür, dass sich die „Gelb-Blauen“ wieder Vorteile erarbeiten konnten. Doch wie stets in den vergangenen Jahren entwickelte sich auch dieses Mal ein Krimi mit einigen technischen Fehlern zwischen den beiden Rivalen.

Die ordentlich zur Sache gingen, ohne dass es unfair wurde. „In der zweiten Halbzeit war es wellenförmig. Ein Geschenk auf der Seite, dann auf der anderen“, fand Gästetrainer Fabian Gerstlauer.

Er erklärte: „Man hat gemerkt, dass beide Mannschaften unbedingt gewinnen wollten. Am Ende gewinnen wir glücklich und sind die Mannschaft mit dem letzten Angriff. Es ist toll, dass das Glück 2026 zurückkommt.“

Gemeint waren dabei vor allem höchst spannende letzte zehn Minuten, in denen die HSG schon auf der Siegerstraße schien. Knipp und Michelberger erhöhten auf 27:23, während Tim Enninghorst viel Verantwortung als Mittelmann trug.

Pfullingen hätte sehr abzockt und clever dagegen gehalten. Mit einem 3:0-Lauf waren die Gäste wieder voll im Spiel und kamen rund zwei Minuten vor Schluss zur erstmaligen Führung in Durchgang zwei.

Nach dem 31:31 erhitzen sich schließlich die Gemüter nach einem Siebenmeterpfiff für die Gäste. „Die Schiedsrichter hatten leider einige Fehlentscheidungen im Spiel“, ärgerte sich Andre Melchert.

Und schob hinterher: „Aber der Siebenmeter kurz vor Spielende ist eine Frechheit. Lars war in seiner ganzen Abwehraktion mindestens 30 Zentimeter vom Kreis weg. Hier Abwehr durch den Kreis zu pfeifen ist echt frech. Schade, dass die Jungs so um ihren verdienten Lohn gebracht werden“.

Statt des Ballgewinns und der Chance zur Führung kam es zum Treffer vom Punkt durch den sehr sicheren Axel Goller. 17 Sekunden vor Schluss besorgte Nikita Pliuto nochmal den Ausgleich zum 32:32.

Den Schlusspunkt setzte schließlich Lukas List. Tor, Sirene, Schluss. „Die Jungs haben unter der Führung von Ralf ein wirklich gutes Spiel gezeigt“, lobte der Geschäftsführer der HSG dennoch nach dem bitteren Ende.

Am Samstag ist die HSG in Erlangen zu Gast. Das nächste Heimspiel bringt direkt den nächsten Klassiker: Am 24. Januar kommt zum Südbaden-Duell die SG Köndringen-Teningen in die „Schänzle-Hölle“.

HSG Konstanz:

Noah Frensel, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz (2), Aron Czako, Lars Michelberger (8), Felix Sproß (2), Christos Erifopoulos (4/3), Luca Schwormstede (2), Jo Knipp (6), Tim Enninghorst (1), Maxim Pliuto (1), Nikita Pliuto (5), Jonas Hadlich, Sören Fuhrmann, Veit Schlafmann (1).