Die HSG-Handballer müssen den Junglöwen einen Punkt überlassen

Konstanz – Im Drittliga-Topspiel zwischen der HSG Konstanz und dem Tabellenführer Rhein-Neckar-Löwen II hat es nach einem turbulenten wie sehenswerten Schlagabtausch keinen Sieger gegeben.

Nach einer Aufholjagd der HSG Konstanz, die in der letzten Minute bei einer Führung den Ball zur Entscheidung in der Hand hatte, setzten die Junglöwen mit einem Buzzerbeater den Schlusspunkt zum leistungsgerechten 36:36 (19:16)-Remis.

Am Ende rauften sich die Konstanzer – laut Vereinsmitteilung – die Haare, standen mit versteinerten Minen und dem Blick ins Nichts auf dem Spielfeld, während die Gäste aus Kronau-Östringen den Punktgewinn in allerletzter Sekunde wie einen Sieg feierten.

Gästetrainer Holger Löhr fasste die Gemengelage passend zusammen: „Wir hatten vielleicht mal kurz die Chance auf plus Fünf zu stellen, um das Ding zu gewinnen. Alles in allem haben wir glücklich noch einen Punkt geholt. Über den gesamten Spielverlauf ist das ein faires Ergebnis.“

Zunächst spielte die HSG Konstanz in der ersten Halbzeit gut auf. Zeigte sich entschlossen in den Zweikämpfen und entwickelte viel Zug zum Tor.

Überhaupt setzten beide Teams – so die HSG weiter – auf ein hohes Tempo und kamen damit zu vielen Angriffen. Vor allem die letzte Phase des ersten Durchgangs gehörte klar den Konstanzern.

Die konnten so eine 19:16-Führung mit in die Kabine nehmen und in die zweite Halbzeit eine Überzahlsituation mitnehmen durften.

Für HSG-Coach Vitor Baricelli „eine sehr gute erste Halbzeit. Vielleicht sogar die beste in dieser Saison was die Abwehr betrifft.“

Nach etwas mehr als einer Dreiviertelstunde ließ wieder Laurin Karrenbauer per Strafwurf seine Mannschaft jubeln. 31:27 führten die Junglöwen zu diesem Zeitpunkt.

Und es folgten Minuten, in denen die von Gästecoach Löhr angesprochene mögliche Vorentscheidung zu Gunsten seiner Mannschaft hätte folgen können.

„Diese Kulisse ist immer ein geiles Erlebnis“, bedankte sich Baricelli beim Konstanzer Publikum, das dennoch sofort zur Stelle war und die Heimmannschaft bei jeder guten Aktion nach vorne peitschte.

„Wir haben“, richtete sich der 29-Jährige an die HSG-Fans, „das Spiel auch wegen euch wieder geholt.“ Nach dem 28:32 durch Theo Sommer verkürzte Lukas Dietrich mit zwei schönen Treffern auf nur noch 30:32 und eröffnete damit eine verrückte Schlussphase.

Nikita Pliuto ließ die „Schänzle-Hölle“ endgültig kochen, als er den Ball zum 34:35-Abschlusstreffer im Tor der Löwen unterbrachte.

Es folgten zwei Hinausstellungen auf beiden Seiten und schließlich der umjubelte Ausgleich durch Felix Sproß rund zweieinhalb Minuten vor dem Ende.

Möglich wurde die Konstanzer Aufholjagd neben der bemerkenswerten Unterstützung von den Rängen durch starke Paraden von HSG-Schlussmann Konstantin Poltrum.

Wieder Sproß war es, der die zwischenzeitlich schon verloren geglaubte Partie mit dem 36:35 eineinhalb Minuten vor Ultimo erneut auf den Kopf stellte.

Sproß bot sich dann auch die riesengroße Chance zur endgültigen Entscheidung, als er sich rund 40 Sekunden vor der Sirene schön durchsetzte und völlig frei zum Abschluss kam, allerdings am Löwen-Keeper scheiterte.

So kam der Erstliga-Nachwuchs Mannheim noch einmal in Ballbesitz. Im letzten Angriff zeigte sich einmal mehr die hohe individuelle Klasse der Talente aus Mannheim mit dem jüngsten Kader der Liga – Durchschnittsalter 19,6 Jahre.

Lennart Karrenbauer behielt die Nerven und schweißte den schwierigen letzten Wurf um den Block herum in den rechten oberen Winkel des Konstanzer Tores.

Am Samstag reist die HSG zum Erstliga-Nachwuchs des TVB Stuttgart. Am 18. Oktober ist dann um 20 Uhr der aktuelle Tabellendritte SG Pforzheim-Eutingen zu Gast in der „Schänzle-Hölle“.

HSG Konstanz:

Noah Frensel, Konstantin Poltrum (beide Tor); Michel Stotz (2), Lars Michelberger (5), Felix Spross (6), Christos Erifopoulos (5/4), Luca Schwormstede, Jo Knipp, Maxim Pliuto (5), Jan Stotten (3), Nikita Pliuto (3), Jonas Hadlich, Sören Fuhrmann, Lukas Dietrich (5), Mathieu Fenyö (2), Veit Schlafmann.