Die HSG-Handballer müssen bis zur allerletzten Sekunde zittern

Konstanz – Zittern hat die HSG Konstanz gegen die HG Oftersheim-Schwetzingen bis zur letzten Sekunde  müssen – dann brachen alle Dämme und es herrschte große Erleichterung nach dem 33:32 (16:17).

Mit dem vierten Sieg in Serie hält die HSG – laut Vereinsmitteilkung – den Anschluss an die obere Tabellenregion.

Ein spielerisches Feuerwerk war es allerdings nicht – was angesichts der prekären Tabellensituation für die HG Oftersheim-Schwetzingen aber auch nicht verwunderte.

Dafür lieferten sich beide Mannschaften – so die HSG weiter – einen höchst intensiven, hart umkämpften Schlagabtausch, in dem es zwar mitunter etwas zerfahren wurde, in dem aber beide Seiten alles aus sich herausholten.

Auf Konstanzer Seite galt es den großen personellen Problemen und den Ausfällen von gleich sieben Spielern zu trotzen.

Christos Erifopoulos, Noah Frensel, Tim Enninghorst, Lukas Dietrich, Konstantin Poltrum, Jan Stotten und Sven Iberl waren zum Zuschauen verdammt.

Zu den sieben Ausfällen sei dann noch eine Rote Karte für Lars Michelberger hinzugekommen, sodass die HSG in Hälfte zwei „ohne Acht“ auskommen musste.

Für Trainer Ralf Bader aber keine Ausrede für die maue Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben genügend Spieler und Qualität im Kader“, ließ er die personelle Lage nicht als Ausrede dafür gelten, dass ihm an diesem Abend wenig gefallen hatte.

„Das Beste waren die zwei Punkte“, sagte er. „Vielleicht ein bisschen Spannung und die Stimmung auf den Rängen hat mir auch gut gefallen. Alles andere war eher nicht so schön.“

Vielleicht müsse man es im Entwicklungsprozess auch manchmal in Kauf nehmen, dass man Wellenbewegungen nach unten hat.

„Das war heute so ein Spiel. Wir sind null in die Zweikämpfe gekommen“, zeigte der 45-Jährige auf. In der Tat hatten die Gäste ungewohnt oft sehr schnell und sehr leicht freie Bahn Richtung Tor.

Sowohl im Eins-gegen-Eins ließ sich die Konstanzer Hintermannschaft öfters austanzen und bekam zudem das gute Spiel der Gäste an den Kreis nicht unter Kontrolle.

Auf Konstanzer Seite bleib zwar weiter vieles Stückwerk, doch der Einsatz stimmte. Jo Knipp gelang es immer wieder erfolgreich, Verantwortung zu übernehmen.

In den Minuten vor der Pause kamen die „Gelb-Blauen“ besser in Fahrt und so zum 15:15. Nach dem Seitenwechsel ging es weiter hoch und runter.

Immer mit höchstem Einsatz – aber auch einer recht hohen Fehlerquote in beiden Lagern. Es dauerte bis in die 39. Spielminute, als der HSG Konstanz der erste Führungstreffer an diesem Abend gelang.

Torschütze: Jo Knipp. Trotzdem legte Oftersheim-Schwetzingen nach 50 Minuten wieder vor. Erst ein Doppelschlag von Aron Czako und Nikita Pliuto und kurz darauf Luca Schwormstede brachten die HSG auf die Siegerstraße – vermeintlich.

Konstanz wackelte in der Schlussphase noch einmal bedenklich und brachte sich selbst fast um den Lohn. Mit einer unnötigen Zeitstrafe und einem deutlich über das Tor geworfenen Siebenmeter zeigte die HSG Nerven und ließ die HG wieder hoffen.

Als sich Jonas Hadlich unwiderstehlich durch die Deckung des Gegners tankte, schien die Messe endgültig gelesen. 33:30, noch 75 Sekunden auf der Uhr.

Doch HG-Shooter Florian Burmeister verkürzte auf 33:31, die HSG fing sich eine weitere wenig clevere Zeitstrafe ein und musste die Partie in Unterzahl beenden.

Gegen die nun mit offener Manndeckung alles auf eine Karte setzenden Gäste, die schon an der Mittellinie attackierten, verlor die HSG ein weiteres Mal den Ball.

Peter Hammarberg stellte so 39 Sekunden vor der Sirene den Anschluss her (33:32). Tatsächlich kam die HG nochmals in Ballbesitz und hatte den letzten Angriff.

Der letzte Wurf wurde schließlich vom Konstanzer Block abgefälscht und trudelte knapp am Kasten vorbei – 33:32, Erfolg Nummer vier in Serie war gesichert.

HSG Konstanz:

Adrian Lehmann, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz, Aron Czako (3), Lars Michelberger (3), Felix Sproß (6), Luca Schwormstede (2), Jo Knipp (6), Maxim Pliuto (2), Nikita Pliuto (2), Jonas Hadlich (3), Sören Fuhrmann (1), Veit Schlafmann (5/3).