Die HSG-Handballer können sich abermals nicht belohnen

Konstanz – Die HSG Konstanz geht – laut Vereinsmitteilung – weiter durch harte Zeiten. Trotz furioser Aufholjagd in der zweiten Halbzeit gegen Bayer Dormagen hat in der Schlussphase wieder einmal die nötige Cleverness gefehlt, um sich mit in greifbarer Nähe befindlichen Punkten zu belohnen.

Nach der 30:34 (13:18)-Niederlage wartet die HSG weiter auf die ersten Punkte der Saison. Konstanz startete gut, ging mit 4:2 in Front, ließ aber danach genauso stark nach. Fortan gehörte der erste Durchgang den Gästen aus Dormagen, die sehr konzentriert und effektiv auftraten.

Mit Louis Oberosler konnte sich die Mannschaft von Julian Bauer – so die HSG weiter – zudem auf einen bärenstarken Rückhalt verlassen, der auf insgesamt zwölf Paraden kam und in der ersten Halbzeit bei rund 40 Prozent abgewehrten Würfen stand.

Ohne den mit einer Bänderverletzung ausgefallene Spielmacher Christos Erifopoulos unterliefen den „Gelb-Blauen“ wieder zu viele einfache Fehler und fehlte im Duell mit Oberosler einige Male die nötige Kaltschnäuzigkeit. Die zeigten die Gäste, die mit der Halbzeitsirene auf den Punkt noch den letzten Nadelstich der ersten 30 Minuten zur 18:13-Führung setzen konnten.

Schmerzlich war aus Konstanzer Sicht zudem das frühe verletzungsbedingte Ausscheiden von Linkaußen Aron Czako, der sich in die Reihe der Verletzten neben Erifopoulos, Mathieu Fenyö, Finn Klein und Konstantin Pauli einreiht.

Konstanz zeigte allerdings einmal mehr großen Kampfgeist. Nach dem Seitenwechsel kam die HSG mit der Unterstützung der lautstarken Kulisse in der „Schänzle-Hölle“ Tor um Tor heran. Positiv konnte schon vor der Pause der erste Treffer von Neuzugang Sören Fuhrmann vermerkt werden. In Hälfte zwei hätte Baricelli eine weitere neue Waffe ins Spiel gebracht.

Der 2,02 Meter große Luca Schwormstede drehte nach seiner Einwechslung auf und versenkte seine ersten fünf Würfe auf das Tor allesamt. Damit eröffneten sich zudem neue Räume für seine Mitspieler. Ein Doppelschlag von Schwormstede brachte nach etwas mehr als 36 Minuten den 18:20-Anschluss und markierte den Auftakt in eine höchst umkämpfte Phase.

Mit elf Paraden von Konstantin Poltrum hatten die „Gelb-Blauen“ dabei den nötigen Rückhalt, um nach 44 Minuten durch Michel Stotz und Maxim Pliuto den Ausgleich zum 24:24 herzustellen. Nach 50 Minuten besorgte Veit Schlafmann den Ausgleich zum 27:27. Der Führungstreffer wollte trotz klarer Chancen jedoch nicht gelingen, er hätte vermutlich die Partie noch mehr zu Gunsten der Konstanzer kippen lassen können.

Die „Schänzle-Hölle“ hatte sich hier längst zu einem echten Hexenkessel verwandelt. „Wir waren im Angriff nicht da“, monierte Baricelli die Abschlüsse in jener Phase, als der eingewechselte Christian Simonsen im Gästetor zum entscheidenden Faktor wurde und auch noch einen Siebenmeter entschärfen konnte.

In der Schlussphase zeigte Dormagen mentale Stärke und Abgebrühtheit, die HSG zeigte erneut Nerven und ließ zu viele Möglichkeiten ungenutzt. Am Sonntag steht der Gang in die Höhle des Löwen zum Erstliga-Absteiger und Topfavoriten Bergischer HC an, ehe schon am Mittwoch, 23. Oktober, um 19 Uhr Eintracht Hagen zum nächsten Heimspiel in der „Schänzle-Hölle“ gastiert.

HSG Konstanz:

Poltrum (11 Paraden/davon 1 Siebenmeter), Göres (2 Paraden); Stotz (3), Czakó, Michelberger (2), Sproß (7), Schwormstede (5), Gorbunovs, Knipp, M. Pliuto (4), N. Pliuto (1), Hadlich (2), Fuhrmann (1), Iberl, Köder (2), Schlafmann (3).