Die HSG-Handballer freuen sich auf die neue Saison in der 3. Liga

Konstanz – Zwei Wochen später als geplant startet die HSG Konstanz am Samstag um 20 Uhr bei der SG Köndringen-Teningen in die neue Spielzeit.

Und das – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – mit viel Vorfreude, ehrgeizigen Zielen und großem Hunger auf Siege und Erfolge.

Gerade nach der schwierigen letzten Spielzeit, in der es nicht viel zu lachen gab für die Konstanzer, strebt die junge Mannschaft nach Erfolgserlebnissen und positiven Momenten mit ihren treuen Fans, die auch in der letzten Saison zahlreich in die „Schänzle-Hölle“ pilgerten.

Knapp 1000 laustarke Unterstützer bei jedem Heimspiel trotz der ausbleibenden Erfolge – außergewöhnlich, wie die Beispiele anderer Vereine in den vergangenen Jahren zeigen, die am Tabellenende standen.

Anlass zur Hoffnung gibt – so die HSG weiter – die Entwicklung in der Vorbereitung. Was harzig begann, mündete nach einer kontinuierlichen Leistungssteigerung und Verbesserung des Zusammenspiels in Siegen gegen Belfort und Saarlouis.

Gerade letzterer kann – trotz der geringen Aussagekraft von Testspielergebnissen – in der Art und Weise des Zustandekommens schon als positives Zeichen verstanden werden.

Zu einer Stärke konnte Trainer Vitor Baricelli dabei das Tempospiel ausbauen. Trotz der Rückkehr in die 3. Liga musste die HSG wenige Abgänge verkraften.

Schmerzlich seien zwar die Abschiede von Topscorer Lukas Köder auf Rechtaußen und Alexander Leindl im rechten Rückraum. Doch Köder-Ersatz Lukas Dietrich, gekommen vom vorjährigen Tabellendritten VfL Pfullingen, spielte eine starke Vorbereitung.

Er hätte seine Klasse gezeigt und bewiesen, dass er eine echte Bereicherung für das Team darstellt. Im rechten Rückraum füllt der gebürtige Konstanzer Jan Stotten die Lücke.

Der Mann, der seit Kindheitstagen ausschließlich das HSG-Trikot trägt, hat sich in der Vorbereitung mit sehenswerten Leistungen ebenso in das Rampenlicht gespielt wie Torwart Konstantin Pauli.

Auch er stammt aus dem eigenen Nachwuchs und hat den Sprung fest in den Kader geschafft. Nahe dran sind mit Tim Enninghorst, Sven Iberl, Ruben Yerlikaya, Noah Frensel, Adrian Lehmann und Xeno Müller sechs weitere Eigengewächse.

Lars Michelberger und Jonas Hadlich würden ebenso aus dem eigenen Nachwuchs stammen und zählen schon zum Inventar. Zehn Spieler, über deren Entwicklung sich die Verantwortlichen ganz besonders freuen.

Sie alle sollen die nötige Zeit erhalten, um das hohe Niveau in der 3. Liga Süd zu adaptieren. Schließlich gilt die Südstaffel in ihrer Leistungsdichte gemeinhin als die wohl stärkste aller Staffeln.

„In den anderen Staffeln ist der Abstand der Spitzenteams zu den anderen Mannschaften größer. Im Süden kann wirklich jeder jeden schlagen“, weiß Trainer Vitor Baricelli.

Untermauert wird seine Einschätzung von den Ergebnissen des ersten Spieltages, als mit der Reserve des TVB Stuttgart und der SG Köndringen-Teningen zwei Aufsteiger die Aufstiegskandidaten Saase3Leutershausen und Wölfe Würzburg – die den Aufstieg in die 2. Bundesliga ausgerufen haben – in die Knie zwangen.

Als ausgeglichen, spielstark, gerade auswärts äußerst unangenehm stuft der 29-jährige EHF-Mastercoach die kommenden Herausforderungen ein. „Wir werden“, ist sich Geschäftsführer André Melchert sicher, „der Gejagte sein“.

Und weiter: „Wir müssen uns auf die Gegebenheiten um- und einstellen und das entsprechende Mindset mitbringen. Gerade die jungen Spieler müssen sich darauf anders einstellen.“

Galt die HSG in der vergangenen Saison fast immer als Underdog, wird sie nun von den Gegnern ganz bewusst auf das Schild des Favoriten gehoben werden, um den eigenen Druck vermeintlich zu verkleinern.

Druck würde Melchert nach turbulenten vorherigen Monaten für seinen Club und seine junge Mannschaft nicht wirklich sehen.

Allerdings den klaren Anspruch und das Ziel, „in die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga zu kommen. Danach kommt mit dem Playoff-Modus ohnehin eine Lotterie, in der es viel auf Tagesform und Glück oder Pech zum richtigen Zeitpunkt mit Verletzten ankommt.“

Neben den sportlichen Ergebnissen würde bei der HSG wie immer das große Ganze zählen, also auch die Entwicklung und Professionalisierung als gesamter Verein.

Anders als in der 2. Bundesliga wird die 3. Liga nicht bei Dyn, sondern wieder kostenpflichtig bei Sporteurope.tv übertragen, wie sich das ehemalige Sportdeutschland.tv nun nennt.

Erhältlich seien einzelne Spiel-Zugänge, Teampässe oder alle Spiele der 3. Liga – exklusive der Aufstiegsspiele.