Konstanz – „Endlich“ wird vielen Spielern und Zuschauern nach einem hart erkämpften 35:31 (19:17)-Erfolg der HSG Konstanz gegen den TSB Heilbronn-Horkheim entfahren sein.
Endlich wieder ein Heimsieg in der „Schänzle-Hölle“. Der – laut Vereinsmitteilung – erste seit dem 33:30 gegen den TV Großwallstadt in der 2. Bundesliga am 25. April.
So waren die Erleichterung und Erlösung, die pure Freude nach dem Schlusspfiff förmlich greifbar. Alle lagen sich schon in den Armen und bejubelten den Sieg, als die beiden Unparteiischen noch einen letzten direkten Freiwurf anordneten.
Die Gäste führten diesen anschließend gar nicht mehr richtig aus, dann brachen endgültig alle Dämme. Die Jubeltraube in gelb und blau zeigte, was den Konstanzern diese zwei Punkte bedeuten.
Schon auf dem Weg Richtung des feiernden Fanblocks reckte etwa der sechsfache Torschütze Lukas Dietrich mehrmals die Arme in Höhe, blickte gen Hallendecke und atmete ganz tief durch.
Begleitet von Standing Ovations drehten die Spieler – so die HSG weiter – einmal eine Runde durch die Halle und ließen sich feiern.
Einer, der in diesen Augenblicken schon direkt auf das nächste Spiel schaute, war Trainer Vitor Baricelli. Auch er trug ein zufriedenes Lächeln im Gesicht und erzählte in der Pressekonferenz von der „24-Stunden-Regel“ im Sport.
„Heute dürfen wir uns freuen und zusammen etwas feiern“, gab er zu Protokoll. „Ab morgen steht dann, insbesondere für mich, schon wieder die Vorbereitung auf das nächste schwere Spiel im Fokus.“
Es geht zum Aufstiegskandidaten Wölfe Würzburg, die vor der Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga als klares Ziel vorgegeben hatten. So weit voraus blickte sonst jedoch keiner.
Die positiven Eindrücke des letzten Auftritts wirkten noch nach. Vor allem die furiose Anfangsviertelstunde, die Baricelli als „fast perfekt“ einstufte.
Nach zwölfeinhalb Minuten traf Maxim Pliuto zum 10:4. Seine Farben agierten bis hierhin stabil in der Deckung, belohnten sich damit mit einigen leichten Kontertoren und legten im Angriff eine hohe Effektivität an den Tag.
Danach kamen die kampfstarken Gäste immer mehr auf. Auch begünstigt durch ein paar Fehlwürfe, „die so nicht passieren dürfen“, meinte der HSG-Coach. Daraus resultierte ein Schrumpfen des Vorsprungs von 15:8 auf nur noch 15:12.
Nach einer Auszeit des Konstanzer Trainers stabilisierte sich die HSG wieder etwas, musste aber nach dem 19:16 kurz vor der Pause noch zwei Treffer der Württemberger zum 19:17-Halbzeitstand hinnehmen.
Nach dem Gang in die Kabine war die HSG bemüht, „wieder den Rhythmus zu finden und wieder mehr das Tempospiel zu forcieren“, meinte deren Übungsleiter.
Für Baricelli war es ein wichtiger, wenn nicht der entscheidende Faktor, dass seine Mannen schnell wieder „die Intensität ins Spiel bringen konnten.“
Trotzdem gelang dem TSB nach rund 40 Minuten durch Torwart Marco Bitz in das verwaiste HSG-Tor der Abschlusstreffer zum 23:22. Das zuvor schon intensiv geführte Duell legte nun noch einmal in Sachen Spannung, Kampf und Intensität zu.
Zum Faktor wurde schließlich auch noch Torwart Konstantin Poltrum, der zusammen mit der sehr beweglichen Deckung immer wieder zur Endstation für die Heilbronner Angreifer mutierte.
Mit dem 35:31 von Michelberger war der ersehnte 35:31-Heimsieg der Konstanzer schließlich perfekt. Nach dem Auswärtsspiel in Würzburg am Samstag folgen drei Heimspiele in Serie am 22. und 29. November sowie am 6. Dezember.
HSG Konstanz:
Konstantin Pauli, Konstantin Poltrum (beide Tor); Michel Stotz (2), Lars Michelberger (12), Felix Sproß, Christos Erifopoulos (7/2), Luca Schwormstede, Jo Knipp, Maxim Pliuto (5), Nikita Pliuto (2), Jonas Hadloch (1), Sören Fuhrmann, Lukas Dietrich (6), Veit Schlafmann, Cedric Zenz.