Die HSG-Handballer beweisen beim Test in Hard Moral

Hard – Die HSG Konstanz scheint bereit und gerüstet für den Drittliga-Start am Samstag bei der SG Köndringen-Teningen zu sein. Im letzten Testspiel hat sie einen Sechs-Tore-Rückstand aufgeholt und kam zwei Sekunden vor Schluss zum 29:29 (18:15)-Remis beim österreichischen Vizemeister HC Hard.

„Es kann endlich losgehen“, sagt Trainer Vitor Baricelli. Mit zwei Wochen Verspätung erfolgt für seine junge Mannschaft – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – am Samstag (20 Uhr) auswärts bei der SG Köndringen-Teningen der ersehnte Startschuss in eine starke 3. Liga Süd.

Die „Gelb-Blauen“ scheinen dafür nun gerüstet zu sein, auch wenn der überraschende Erfolg der Breisgauer gegen Aufstiegskandidat Würzburg eine Warnung sein sollte. Nach durchwachsenem Start in die Vorbereitung mit schwachen Vorstellungen in den ersten Testspielen ging die Leistungskurze stetig bergauf.

Schon der Auftritt beim Schweizer Serienmeister Kadetten Schaffhausen war trotz der klaren 28:36-Niederlage – so die HSG weiter – ein erster Fingerzeig, wohin die Entwicklung gehen sollte. Es folgten gute Auftritte gegen Belfort und Saarlouis, die beide deutlich gewonnen werden konnten.

In diese Liste reiht sich auch die Generalprobe beim Vizemeister Österreichs ein. „Wir haben sehr gut begonnen“, freute sich Baricelli über eine schnelle Zwei-Tore-Führung. In der Folge stotterte der HSG-Motor jedoch etwas, es fehlte der Zug in die Tiefe und „wir haben nicht mehr auf das Tor geworfen“, bemängelte der 29-Jährige.

Die Folge seien einige Gegenstöße des HC Hard gewesen. Den Fortschritt in dieser schweren Phase sah der EHF-Mastercoach darin, dass sein Team trotz der Schwächephase nicht komplett abreißen und den Gegner einteilen ließ. Mit drei Toren Rückstand ging es in die Kabine.

Allerdings wurde das Konstanzer Spiel zunächst auch nach der Pause nicht besser. Hard, wo nun der Ex-Konstanzer Matthias Hild im rechten Rückraum zu den Korsettstangen des international besetzten Teams zählt, nutzte dies für einen Sechs-Tore-Vorsprung.

Baricelli: „Wir haben in dieser Phase fünfmal in Folge verworfen.“ In der Folge verschleppte Hard das Tempo immer wieder und versuchte den Sechs-Tore-Vorteil über die Zeit zu bringen. Gereift zeigte sich die HSG in dieser Drucksituation, blieb sehr geduldig und effektiv in ihren Angriffen trotz verrinnender Zeit.

Eineinhalb Minuten vor Schluss leuchtete ein 29:27 für die Gastgeber von der Anzeigetafel. Ein Harder Fehler brachte Konstanz den Anschluss. Neun Sekunden vor Abpfiff gelang Konstanz die nächste Balleroberung.

Baricelli nahm eine Auszeit und gab den finalen Spielzug vor. Mit dem siebten Feldspieler wurde Nikitia Pliuto am Kreis freigespielt und der traf zwei Sekunden vor der Sirene zum verdienten 29:29-Ausgleich.

„Ich bin sehr zufrieden“, bilanzierte Baricelli das Spiel und im Rückblick den Verlauf der gesamten Vorbereitung. „Wir haben uns“, sagte er, „eine bessere Qualität und Selbstvertrauen aufgebaut. Jetzt ist es Zeit, dass es losgeht.“

Das Tempospiel, Wechselmanagement, Zusammenspiel und auch individuelle Selbstbewusstsein hätten in den vergangenen Wochen eine aus Sicht des Trainers erfreuliche Entwicklung genommen.

Mit der positiven Erfahrung der erfolgreichen Aufholjagd trotz der Ausfälle von Lars Michelberger, Luca Schwormstede und Sven Iberl sollte dies nun bei einem gerade daheim brandgefährlichen Gegner unter Beweis gestellt werden.