Ferndorf – Die HSG Konstanz hat dem TuS Ferndorf einen heißen Kampf geboten, die Ausfälle von Lars Michelberger, Maxim Pliuto, die Rote Karte für Felix Sproß und die vermutlich schwere Verletzung von Nikita Pliuto waren aber für die letztlich arg dezimierten Konstanzer zu viel.
Auf der Gegenseite durfte Ferndorf – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – einen 30:25 (15:15)-Erfolg feiern. Viel konnte sich die HSG Konstanz trotz der etwas unglücklichen Niederlage nicht vorwerfen.
Vor allem nicht in der ersten Halbzeit. Trotz des Fehlens der beiden Verletzten Lars Michelbeger und Maxim Pliuto, dafür wieder mit den genesenen Christos Erifopoulos und Lukas Köder, starteten die Gäste schwungvoll in die Partie.
Sie hatten – so die HSG weiter – gerade in Felix Sproß und Jonas Hadlich zwei sehr agile Rückraumspieler, die auf Halblinks und auf der Mitte viel Tempo machten und den einen oder anderen Überraschungsmoment in petto hatten.
Nach einer Anfangsviertelstunde, in der Ferndorf schon das Glück des Tüchtigen bei Abprallern und Alutreffern hold war, lief, wie Trainer Vitor Baricelli in der Auszeit beklagte „alles gegen uns.“
Nach 14 Minuten hallten beim Stand von 8:4 laute Schreie durch die verstummte Halle. Nikita Pliuto, bis dahin an alter Wirkungsstätte vor allem stark im Mittelblock, krümmte sich vor Schmerzen am Boden.
Er schied mit einer vermutlich schweren Schulterverletzung unter Begleitung der Sanitäter vorzeitig aus. Die „Gelb-Blauen“ ließen sich davon zunächst nicht entmutigen und glichen stattdessen zum 14:14 aus.
Kurz darauf brachte Sproß seine Farben mit 15:14 in Front – wurde jedoch nach einem leichten Kontakt mit seinem Gegenspieler auf außen schon im direkten Gegenzug mit der Roten Karte vom Feld gestellt.
Immerhin konnte Konstantin Poltrum den damit einhergehenden Siebenmeter entschärfen und im ersten Durchgang mit einigen guten Paraden seinen Vordermännern helfen.
Den Einschlag zum 15:15 in Unterzahl ins leere Tor kurz vor der Pausensirene hätte er aber nicht verhindern können. Nicht weniger unglücklich ging es für Konstanz in der zweiten Hälfte weiter.
In der Flut der Zeitstrafen für die HSG in einem fairen Spiel waren Luca Schwormstede und Mathieu Fenyö früh doppelt belastet, ihre Mannschaft dadurch auch häufig mit einem Mann weniger unter Dauerdruck.
Mit großem Kämpferherz und einem sehenswerten Wurf von Schwormstede über den Block bei angedrohtem passiven Spiel zum 22:22 bot sie allerdings weiter Paroli.
Der nächste Nackenschlag sei die erzwungene vorübergehende Auswechslung von Jonas Hadlich gewesen, der eine blutende Wunde am Hals versorgen und sein Trikot wechseln lassen musste.
In dieser Phase verschafften sich die Siegerländer mit dem 26:23 durch Mattis Michel entscheidend Luft und zogen mit drei Toren davon (26:23).
Fünf Minuten vor Schluss lebte die Konstanzer Hoffnung durch einen sicher verwandelten Siebenmeter von Lukas Köder wieder, ehe die Gäste noch einmal alles auf eine Karte setzten.
Sie hätten das Risiko mit einer sehr offensiven Abwehr mit der vorgezogenen Spitze Aron Czako erhöhen müssen. Die Wende gelang gegen einen glücklicheren Gegner nicht mehr, weil TuS-Keeper Jonas Wilde zum Faktor wurde.
Und zwar, als er unter anderem einen freien Gegenstoß von Michel Stotz parierte, Janko Kevic mit seiner ganzen Klasse auf engstem Raum im Eins-gegen-Eins Sirtaki mit der Konstanzer Defensive tanzte und auch das Spielglück weiter auf Seiten der Ferndorfer war.
Josip Eres setzte mit einem Heber vom Siebenmeterstrich an die Unterkante der Latte den Schlusspunkt zum 30:25. Für die Konstanzer bleibt nur die Hoffnung, dass sich Nikita Pliuto doch nicht so schwer verletzt hat.
Nun kommt es am 8. März in der „Schänzle-Hölle“ zum nächsten Highlight und großen Event zusammen mit den Drittliga-Handballerinnen des SV Allensbach.
Um 19.30 Uhr trifft die HSG im Rahmen des Bundesliga-Superballs auf den HSC 2000 Coburg.
HSG Konstanz:
Konstantin Poltrum (7 Paraden/davon 1 Siebenmeter), Tom Göres (beide Tor); Michel Stotz (3), Aron Czako (4), Felix Sproß (2), Christos Erifopoulos (3), Luca Schwormstede (1), Alexander Leindl (4), Jo Knipp (1), Nikita Pliuto, Jonas Hadlich, Sören Fuhrmann, Mathieu Fenyö, Lukas Köder (5/4), Veit Schlafmann (2).