Leon – Drama in Leon: In einem ausgeglichenen Match hat Ademar Leon mit einem 30:27 (14:14)-Heimsieg gegen die Kadetten Schaffhausen seine letzte Chance auf den Einzug in die Hauptrunde der European League gewahrt.
Für die Kadetten heißt das: Ein Heimsieg am letzten Spieltag am 2. Dezember (20.45 Uhr) in der BBC Arena mit drei Toren Differenz gegen Partizan Belgrad würde dennoch das Weiterkommen sichern.
Das Wichtigste für die Kadetten: Nach dem 30:27-Sieg von Partizan Belgrad gegen Nexe Nasice ist die Gruppe noch enger zusammengerückt.
Alle Teams können – laut Vereinsmitteilung der Kadetten – noch in die nächste Runde einziehen. Der Schweizer Meister muss dafür am letzten Spieltag mit Unterstützung der „Orangen Wand“ im Rücken mit drei Toren Differenz gewinnen.
Dann ist man unabhängig vom Duell zwischen Nasice und Leon in der nächsten Runde. Sollten der kroatische Vizemeister und der spanische Traditionsclub Unentschieden spielen, wären alle Teams punktgleich.
Dann käme es – so die Kadetten weiter – zur Anwendung des Torverhältnisses aller Partien, sodass auch ein knapper Heimsieg mit einem Tor reichen würde.
Dass das Gruppenfinale so spannend wird, haben sich die Kadetten in erster Linie selbst zuzuschreiben. Der verletzungsbedingte Ausfall von Captain Luka Maros wog zwar schwer.
Doch auch ohne ihren Leader legten sie mit ihrem neuen Kapitän Odinn Thor Rikhardsson gut los. Zunächst überraschte Lukas Saueressig mit guten Aktionen in der Defensive und dem ersten Tor der Gäste.
Ariel Pietrasik brachte sie mit einem Strahl in den Winkel mit 3:2 zum ersten Mal in Front. Rikhardsson traf anschließend wunderschön per Dreher zum 8:8.
In einer kampfbetonten Partie entwickelte sich ein heißer Schlagabtausch zweier Teams auf Augenhöhe, in dem Hrvoje Horvat im Rückraum komplett durchwechselte.
Weil der versuchte Kempa-Trick über Rikhardsson nicht mehr von Erfolg gekrönt war, ging es mit einem 14:14 in die Pause.
In der zweiten Hälfte nährten sich die Hoffnungen auf einen Auswärtssieg. Erst setzte sich Abwehrchef Zoran Markovic vorne im „Eins-gegen-Eins“ gut durch und brachte seine Farben mit 18:17 in Front (39.),
Und dann legten Rikhardsson und Pietrasik mit einem cleveren Steal nach. Beim 21:18 (42.) schienen die Kadetten auf einem guten Weg.
Doch eine ansteigende Fehlerquote, unnötige Zeitstrafen und ein zu statisch agierender Angriff brachten die Spanier zurück ins Spiel.
Getragen von einem frenetischen Publikum und mit einer giftigen 5:1-Deckung glichen sie mit einem 3:0-Lauf nach rund einer Dreiviertelstunde wieder aus und eröffneten eine dramatische Schlussphase.
Bis in die letzten zehn Minuten legten die Munotststädter vor (23:22). Ehe Leon die Partie mit einem Treffer in das verwaiste Tor der Kadetten drehte.
Danach durch eine spektakuläre Doppelparade des gut aufgelegten Moreno Car allerdings nicht belohnt wurde und die Gastgeber vom Siebenmeterpunkt im dritten Anlauf zum 25:24 vorlegten.
Auf den erneuten Ausgleich durch Rikhardsson reihten sich eine Zeitstrafe für Lucas Meister sowie zwei technische Fehler aneinander, die Leon zum Ausbau des Vorsprungs auf 28:25 nutzte.
Die Entscheidung – die Kadetten bezogen eine verdiente und zugleich unnötige 27:30-Niederlage. „Wir haben das Spiel in den letzten zehn Minuten verloren“, ärgerte sich Horvat.
Und er erklärte: „Schade, dass wir ein paar technische Fehler zu viel gemacht haben. Der Angriff war zudem zu statisch.“
Schnell richtete sich der Blick des Kadetten-Coaches auf kommenden Dienstag. „Wir haben“, konstatierte er, „alles in der eigenen Hand. Da gibt es kein Wenn und Aber.“
Und weiter: „Wir müssen positiv bleiben, zusammenstehen und sehen, was wir besser machen können. Wir wollen uns mit einem deutlichen Sieg für die nächste Runde qualifizieren.“
Im Cup-Viertelfinale – dem letzten Schritt vor dem neuen Final Four – müssten die Kadetten Schaffhausen am Samstag um 20.45 Uhr bei RG Nyon aus der dritthöchsten Liga (1. Liga) antreten.
Nyon konnte sich in den Runden zuvor bereits gegen höherklassige Clubs durchsetzen. Am 3. Dezember erfolgt die Auslosung für die Halbfinals.
Diese würden im Rahmen des neuen Formats in einem Final Four am 27. und 28. Dezember in Luzern ausgespielt werden.
Kadetten Schaffhausen:
Car (12 P./31 %), Bergmann (0 P./0 %); Meister (1), Prince, Saueressig (2), Rikhardsson (6), Ugiagbe, Hrachovec, Küttel (1), Peric (1), Castro Alvarez (2), Lier (2), Pietrasik (8), Markovic (1), Reznicky, Martinovic (3). Maros: verletzt.