Die HSG-Handballer dürfen zwei echte „Big Points“ bejubeln

Konstanz – Die Erleichterung ist groß gewesen, als die Schlusssirene ertönte und die HSG Konstanz den wichtigen 31:27 (12:12)-Heimsieg im südbadischen Duell gegen die SG Köndringen-Teningen unter Dach und Fach hatte.

Mit 18:18-Punkten steht man – laut Konstanzer Vereinsmitteilung – nun auf Platz acht, neun Zähler vor der SG.

Zwischen Erleichterung und Verärgerung bewegte sich die Gefühlslage bei Ralf Bader in den ersten Momenten nach Schlusspfiff.

Mit der gezeigten Leistung war der neue Trainer der HSG Konstanz überhaupt nicht zufrieden, mit den zwei Punkten im Gepäck dafür umso mehr.

„Wir starten gut in das Spiel, machen auch schnelle Tore über die dritte Welle“, lobte er angesichts des 9:4-Starts nach 16 Minuten. „Aber dann“, wurde er deutlich, „vergisst die ganze Mannschaft, was wir uns im Angriff vorgenommen haben.“

Falsche Entscheidungen, falsche Laufwege und immer mehr zunehmende Verunsicherung waren dem 45-Jährigen völlig unverständlich.

„Ich nenne es beim Namen: Es war nur noch ein Gewürge bis zum Schluss. Natürlich gab es ein paar Lichtblicke, aber in den letzten Spielen haben wir schon eine bessere Spielanlage gezeigt und durchgezogen.“

So war die Partie früh von beiden Seiten – so die HSG weiter – sehr zerfahren und fehlerbehaftet geführt. Beispiele dafür waren drei im Seitenaus gefangene Pässe, zahlreiche Fang- und Passfehler hüben wie drüben.

Oder aber ein verlorener Schuh und freie vergebene Großchancen. Der Kopf spielte bei den Konstanzern und Breisgauern mit. Es war viel Kampf, aber auch Krampf, was die Zuschauer zu sehen bekamen.

„Allerdings“, so Bader, „haben wir deutlich besser verteidigt und den Gegner vor viele Probleme gestellt. Das hat uns den Sieg ermöglicht.“

Die Unzulänglichkeiten im Offensivspiel konnte die HSG mit einer sehr beherzten, aggressiven und beweglichen Abwehrarbeit immer wieder kompensieren.

Vor allem, da sich Torwart Konstantin Pauli in bestechender Form zeigte und seine Mannschaft mit vielen sehenswerten Paraden vor einem Rückstand bewahrte.

Eine schwierige Phase der „Gelb-Blauen“ hätten die Gäste jedoch zur Aufholjagd und zum 12:12-Pausenstand nutzen können.

Auch nach dem Seitenwechsel lebte die Partie von der Spannung. Die Fehlerquote blieb hoch, der Einsatz beider Seiten auch.

Nikita Pliuto gelang das 20:18. Sicherheit gewannen seine Farben dadurch aber nicht. Eine Minute später war Köndringen-Teningen zum 20:20 zur Stelle.

Mit Anbruch der letzten Viertelstunde kamen die Gastgeber dann endlich etwas ins Rollen und in ihr Tempospiel. Von 22:22 auf 26:22 ging es in nur drei Minuten (49.).

Dass die HSG Konstanz nach wie vor nicht gefestigt ist, zeigte sich einmal mehr in der Schlussphase. Statt den Deckel draufzumachen gegen einen Gegner, der nun ebenfalls mit vielen Ballverlusten zu kämpfen hatte, brachte ein Doppelschlag von Maximilian Endres zum 28:26 wieder Spannung in die noch nicht entschiedene Begegnung.

Die Gäste kamen besser wieder ins Spiel, nachdem beim 28:24 ein Teil der Beleuchtung und Hallentechnik einem Stromausfall zum Opfer fielen und das Südbaden-Duell unterbrochen wurde.

Der stimmgewaltige Fanclub der HSG nutzte die Zeit und intonierte das Lied der Fischerin vom Bodensee. Nach kurzer Unterbrechung setzen die Unparteiischen das Match fort.

Ralf Bader beruhigte bei Zwei-Tore-Führung vier Minuten vor Schluss in einer Auszeit und hatte damit Erfolg.

Aron Czako und Christos Erifopoulos sorgten für die Entscheidung und den ersten Sieg im Jahr 2026, den Schlusspunkt zum 31:27 setzte Czako.

Er hätte damit lang andauernde Standing Ovations eingeläutet, ehe Fans und Mannschaft das erlösende Erfolgserlebnis gemeinsam ausgelassen feierten.

HSG Konstanz:

Noah Frensel, Konstantin Pauli (beide Tor); Michel Stotz, Aron Czako (2), Lars Michelberger (5), Felix Sproß (4), Christos Erifopoulos (5/3), Luca Schwormstede, Jo Knipp (3), Tim Enninghorst, Maxim Pliuto (1), Nikita Pliuto (3), Jonas Hadlich, Sören Fuhrmann, Lukas Dietrich (5), Veit Schlafmann (3).